- Die Christengemeinschaft | Michael-Kirche

Gemeindebrief

Die Christengemeinschaft

Gemeinde in Hannover

Ellernstr. 44 · 30175 Hannover

Inhalt

Willkommen. 2

Dank. 3

Dankesgruß. 3

Peter Schumanns jahrelange besondere ehrenamtliche Arbeit 4

Dank für das Sonntagscafé. 5

Vorhaben und Veranstaltungen. 5

Gemeindecafé mit Themen-Sonntag – auch Familiensonntag. 5

Gestalt und Atem des Weiheraumes: Podest weg – und dann?. 6

Gestaltung des Gemeindegeländes. 9

Sommerkurs: Raphael – ein Künstler als Weltmacht 9

„Kulissenrisse“ (Jugend-Theater) 10

Die Christengemeinschaft in Irland. 11

100 Jahre Christengemeinschaft 11

Kelch – Begegnung mit Lorenz Horneber am 6. September 12

Konfirmation im September – evtl. ohne Gemeinde?. 13

Ausstellung „Nachtgespräch“ 13

Für Kinder 13

Michaeli-Fest 13

Mitteilungen. 14

Menschenweihehandlung samstags um 10:00 Uhr 14

Gesprächskreis mit Jochen Butenholz. 14

Vergangenheits- und Zukunftsaspekte der Bestattung. 15

Freiheit und Verlässlichkeit in Bezug auf die Bestattung. 16

E-Mail-Verteiler für wichtige Mitteilungen. 17

Willkommen

Liebe Gemeinde,

könnten wir in dem Moment, in dem wir etwas tun, alle Folgen wahrnehmen, die unsere Handlung nach sich zieht, dann wären wir vermutlich nicht mehr in der Lage, zu handeln. Wir wären wahrscheinlich völlig überfordert.
Manches, was wir tun, entscheiden wir bewusst, vieles geschieht ohne unsere aktive Entscheidung. Dennoch hat alles seine Folgen und webt sich als unser aller Schicksal zu einem großen Ganzen zusammen.
Mehr denn je können wir gegenwärtig erleben, dass wir als Menschheit zusammengehören, dass Probleme einzelner Länder oder Menschen uns alle betreffen.

Jetzt, in der Johannizeit, hören wir den Ruf Johannes des Täufers: Ändert euren Sinn! Verwandelt den Blick auf euer Leben! Verwandelt eure Wahrnehmung! Vielleicht auch: Überdenkt eure Urteile anderen Menschen gegenüber, bringt Licht in alles, was feste Gewohnheit geworden ist!

Schlagen wir den Bogen zu Michaeli, so erklingt dort neu die Frage nach der Gemeinsamkeit mit anderen Menschen. Galt die Sinneswandlung zu Johanni noch dem einzelnen Menschen, so fragt Michael nach dem, was gemeinschaftlich entsteht, was zwischen den einzelnen Menschen an Neuem sich ereignet. Für Michael wird es spannend da, wo Menschen in Gemeinschaft etwas tun: Damit geht er um, dies ist sein „Werkstoff“, damit kann er Zukunft gestalten. Man könnte vielleicht sogar sagen: Darauf ist er angewiesen, denn darauf wird es in Zukunft immer mehr ankommen: Was schafft ihr als Menschen gemeinsam?

So können wir sagen: Alle unsere Handlungen haben Folgen, mit denen es in der Zukunft gilt, verantwortlich umzugehen. Wir handeln, obwohl uns die Folgen noch im Verborgenen liegen. Aber es gibt ein Wesen, das uns darin unterstützt, die Folgen verantwortlich zu tragen.

In diesem Gemeindebrief können Sie vieles lesen über Umgestaltungs- und Erneuerungsprozesse. An vielen Stellen bewegen wir uns. Am deutlichsten vielleicht wird dies in Erscheinung treten, wenn Ende September unser provisorisches Podest im Kirchenraum wieder abgebaut wird und Raum entsteht, für neue Wahrnehmungsmöglichkeiten.

Die Erfahrung, dass durch das Podest im hinteren Bereich der Kirche ein neuer Raum entstanden war, möchte ich gerne aufgreifen: Am 25. September werde ich dort ein Labyrinth (Chartres) mit Kieselsteinen legen. Jeder, der mittun will, ist herzlich bei dieser Gemeinschaftsaktion willkommen, gerne auch mit Kindern ab Schulalter. Das Labyrinth wird dort während der Michaeli-Wochen bleiben.
 

Herzlich Grüße ich Sie, auch im Namen meiner Kollegen,

Ihre  

            

Dankesgruß

Liebe Gemeinde,

im November wird sich der Tag meiner Priesterweihe zum 50. Mal jähren. Das ist ein Einschnitt, der vielleicht besser gestaltet wird, wenn er nicht zu irgendwelchen Rückblicken oder gar Feierlichkeiten dient, sondern zu Gedanken über die Zukunft anregt.

Meine Mitpriester in Hannover haben über meine Emeritierung hinaus begrüßt, dass ich noch nach Kräften mitgearbeitet habe in der Seelsorge, im Halten der Menschenweihehandlung und in der Lehre. Dafür bin ich sehr dankbar.

Sicher haben Sie bemerkt (nicht zuletzt durch den Brief an die Gemeinde zu Pfingsten), dass die drei Pfarrer Felicia und Claudio Holland sowie Jochen Butenholz einen Neubeginn in und mit der Gemeinde gestalten möchten, was ich sehr begrüße.

Zur Vergangenheit, die Menschen und auch eine Gemeinde als Ganzes in sich tragen, kommt durch jedes Sakrament ein Strom aus der Zukunft hinzu. Auch bei der Begleitung im Sterben bis hin zur Bestattung kommt etwas aus der Vergangenheit zum Ende, und zugleich bilden die Handlungen von heute eine Zukunft von morgen. Die Verantwortung für die Gestaltung der Zukunft tragen immer die amtierenden Priester, und sie haben mich gebeten, dass wir den Umkreis der Bestattung unter diesem Aspekt neu miteinander anschauen.

Anstelle eines möglichen allmählichen Herauswachsens aus diesem Bereich möchte ich lieber einen eindeutigen Abschluss finden. So habe ich mich entschieden, diese Aufgabe abzugeben. Daraus folgt für mich: mit Ablauf des Kirchenjahres endet meine Seelsorge in der Gemeinde.

Nun habe ich vielen Menschen in früheren Zeiten zugesagt, sie jetzt oder dereinst auch über die Schwelle des Todes zu begleiten. Das war immer mit der – meist auch ausgesprochenen – Selbstverständlichkeit verbunden, dass irgendwann das Alter, Krankheiten oder auch äußere Abwesenheiten meine Tätigkeit verhindern können. Es lebt bei uns ohnehin das Vertrauen, dass das Kollegium Versprechen einhält, die ein Mitpriester einmal gegeben hat; die jeweiligen Entsendungen in andere Gemeinden sind der häufigste Grund.

Nun ist kein Ortswechsel (oder gar mangelnde Liebe zur Gemeinde) mein Antrieb, sondern die Chance, für einen Neubeginn in der Gemeindegestaltung Raum zu schaffen. Es hat etwas Schönes, dass die Mitpriester so gerne die Arbeit übernehmen.

Für mich selber entsteht damit möglicherweise mehr Zeit, mein erstes Buch abzuschließen und ein nächstes (Geschichte der Christengemeinschaft) zu schreiben. Auch die öffentliche Vertretung der Christengemeinschaft in Deutschland gehört weiterhin zu meinen Aufgaben. Das ist nicht der Grund für meinen Entschluss, aber ein Nebengewinn.

So danke ich für das Vertrauen, das mir viele von Ihnen geschenkt haben, und ich bitte Sie, dies auf die Mitpriester zu übertragen. Ich selber empfinde natürlich immer wieder die Mängel, Versäumnisse und Fehlgriffe, die in solch einer langen Zeit fast mit Notwendigkeit vorkommen, und dafür bitte ich Sie um Verzeihung.

In herzlicher Verbundenheit grüßt Sie Ihr Frank Hörtreiter

Hinweis der Redaktion:

Weiter unten finden Sie unter „Mitteilungen“ einen Text zu den oben erwähnten Vergan­genheits- und Zukunfts-Aspekten der Bestattung.

Peter Schumanns jahrelange besondere ehrenamtliche Arbeit

Wer mit offenen Augen durch das Gelände geht oder ging, dem konnte nicht entgangen sein, dass sich in den letzten Jahren einiges veränderte. Im Zuge dieser Veränderungen und Baumaßnahmen fielen Mengen an Grünzeug, Geäst, verwurzeltes Gestrüpp u.v.m. an, die weggefahren werden mussten. Mitunter sammelten sich große Haufen an, die nicht zu übersehen waren.

Und nun wurde Peter Schumanns Engagement noch wichtiger und dringend erforderlich. Sein zeitaufwändiger Einsatz ist umso höher zu bewerten, als kaum noch jemand bereit ist, sich an einem sogenannten Gartentag zu engagieren. Alle Bemühungen in diese Richtung zeigten das. Und deshalb möchten wir auf diesem Wege Peter Schumann „Danke“ sagen für seinen jahrelangen, treuen, zuverlässigen Einsatz, den er neben seiner beruflichen Beanspruchung leistete. Er hinterlässt eine Lücke, die nicht zu schließen ist.

Und nun soll Peter Schumann selbst zu Wort kommen, da sich sein Einsatz weitestgehend außerhalb des Geländes und somit nicht wahrnehmbar für die Gemeinde abspielen musste.

Erika Urbuteit

Peter Schumann berichtet:

Wir lernten Arnold Lansing etwa Spätsommer 2013 auf der Baustelle unseres Sohnes kennen und kamen auch in der Folgezeit mit seinem Anhänger ins „Geschäft“. Somit waren die umfangreichen Gartentransporte möglich. Außerdem holten wir damit auch dringend benötigte Gartenerde von der Deponie.

Für spezielle Mengen oder Sonderaufgaben habe ich auch hin und wieder einen kostenfreien „Riesenanhänger“ besorgt. Nachdem ich damit Erde für den Garten gebracht hatte, belud ich ihn dann mit Geäst, Baumschnitt und sperrigem Zeug für den Rückweg.

Die Entsorgung erfolgte anfangs immer kostenfrei in Altwarmbüchen, später wurden Gebühren verlangt. Mitunter fuhr ich 2- oder 3-mal an einem Samstag. Man musste sich in die Warteschlange einreihen, erhielt einen Coupon, um dann in einer anderen Warteschlange Zugang zur Deponie zu bekommen.

Alsbald war ein kostenfreies ebenerdiges Abladen nicht mehr möglich, deshalb nahm ich eine längere Wegstrecke in Kauf und fuhr nach Koldingen. Da man aber am Samstag bis 12 Uhr dort sein musste, stellte ich den vollgeladenen Anhänger vor meinem Haus ab, um den Gartenabfall Anfang der Woche wegzubringen. Im Sommer roch es dann schon mal kräftig, die Ladung wurde bedenklich heiß. Das wiederum hatte zur Folge, dass der Anhänger gereinigt werden musste.

Für eine sichere Fahrt war es wichtig, die Ladung gleichmäßig zu verteilen und mit Planen und Netzen abzudecken. Das übernahm ich dann selbst bzw. half dabei.

Ein besonderer Dank geht an das Ehepaar Kreutz, die selbstverständlich stets aus Gleidingen nach Koldingen fuhren, um tatkräftig beim Abladen zu helfen. Dies behielten sie nach ihrem Ausscheiden aus dem Gartenkreis wie selbstverständlich bei! Wenn es nicht anders möglich war, half auch meine Familie.

Meine gute Laune verdanke ich den lieben Mitstreitern (vor allen Dir, liebe Erika) und der Tatsache, mich mit der Natur für eine gute Sache verbinden zu können.

Peter Schumann

Dank für das Sonntagscafé

An jedem 1. Sonntag im Monat findet nach der Menschenweihehandlung ein Gemeindecafé statt, wo alle, die das möchten, sich bei Kaffee, Tee und einem Stück Kuchen stärken und begegnen können. Was dort so selbstverständlich immer bereit steht, fällt natürlich nicht vom Himmel. Ohne den tatkräftigen Einsatz von Regina Hört­reiter, die seit vielen Jahren zusammen mit Ingrid Töllner, Ennecke v. Kries, Mirja Heidrich, Angelika Derbe, früher auch Ursula Eue und anderen fleißigen Mitstreitern diese treue, meist sehr leise Arbeit getan hat, wären unsere Teller und Gabeln leer geblieben – und die Begegnungen hätten nicht in dieser Form stattfinden können. Dieser Aufgabe bestand nicht nur darin, Tische und Stühle aufzustellen, Kaffee und Tee zu kochen, Geschirr und Besteck zu decken und Kaltgetränke bereitzustellen. Zusätzlich wurde von der Person, die für einen Sonntag verantwortlich war, auch alles Essbare zubereitet: meist gab es 2 Bleche Kuchen, 2 Napfkuchen sowie etwas Salziges – alles von ein und demselben Menschen am Tag zuvor gebacken!

Diese Arbeit gehört zu der Sorte, die von manchen erst wahrgenommen wird, wenn sie nicht getan wird. Umso mehr soll an dieser Stelle einmal darauf aufmerksam gemacht werden, was da über Jahre geleistet wurde, und es sei hiermit ein großer, herzlicher Dank an die genannten Menschen ausgesprochen!

Einige, die über Jahre das Gemeindecafé bewerkstelligt haben, gehören nicht mehr zur jüngsten Generation und würden diese Verantwortung gern weitergeben. So trifft es sich günstig, dass sich ein paar jüngere Menschen gefunden haben, die bereit sind, in etwas verwandelter Form in diese Aufgabe einzusteigen. Dazu mehr im nächsten Beitrag unter „Themen-Sonntage“.

Jochen Butenholz • Claudio Holland • Felicia Holland

Gemeindecafé mit Themen-Sonntag – auch Familiensonntag

Anfang Februar und März hatten wir schon erste Familien-Sonntage, an denen nach der Sonntagshandlung neben dem Sonntagscafé mit den Kindern Spiele gemacht wurden – zu Freude der Kinder und wohl auch derer, die dabeisaßen. Die Idee war, parallel zu den Aktivitäten für die Kinder an solchen Sonntagen Gesprächsrunden für die Erwachsenen anzubieten.

Weiter oben konnten Sie lesen, dass die Verantwortlichen für das Sonntagscafé ihre Aufgabe weitergegeben haben. Als neue Verantwortliche haben sich gefunden:

Lea Gosslar, Sandra Steffens, Daniela Schmock und Nicole Nachtwei-El Fakih.

Dieser „Personalwechsel“ ist ein passender Augenblick, auch die Form dieser Aufgabe neu anzusehen. So groß der Dank für die bisher geleistete große Spende an Arbeitskraft und Lebensmitteln von jeweils einem einzelnen Menschen ist, so passend er­scheint es uns bei der gegenwärtig sich vollziehenden Verwandlung in unserer Gemeinde zu noch mehr Eigenverantwortung und „Mündigkeit“, wenn diese Aufgabe breiter verteilt wird.

In Zukunft wird von den eben genannten Verantwortlichen jeweils die „Infrastruktur“ (Tische und Stühle, Geschirr und Besteck, Kaffee, Tee und Kaltgetränke) bereitgestellt. Zu Essen bringen abwechselnd wir alle etwas mit. Das kann in Absprache mit der jeweils verantwortlichen Person geschehen, bei der man vorher anruft, es darf aber auch spontan Kuchen, Gebäck, Salziges, Salat u.s.w. mitgebracht werden.

Es gibt positive Erfahrungen aus anderen Gemeinden, wo es nach einem solchen Systemwechsel evtl. sogar vorkam, dass dann mal ein Sonntagscafé etwas „mager“ ausfiel – aber das führte zu einem allgemeinen Aufwachen, so dass das Büffet sich dann bei den nächsten Malen umso vielfältiger füllte.

Auf diese Weise wird die Aufgabe für die Verantwortlichen überschaubarer und leistbarer, und wir alle sind nicht nur Nutznießer, sondern Mitgestalter.

Zum Sonntagscafé kommt nun der Themen-Sonntag, der zugleich ein Familiensonntag sein soll. An allem darf man ganz variabel und nach eigenem Bedarf teilnehmen:

  • Wie früher kann man einfach zum Sonntagscafé kommen und danach gehen – mit und ohne Familie.
  • Wer mag, kann an den danach angebotenen Gesprächsthemen teilnehmen.
  • Alle die Kinder, die das möchten, können parallel dazu bei den angebotenen Aktivitäten mitmachen – Erwachsene, die da gern mithelfen, sind herzlich willkommen!

Nach den Ferien möchten wir damit beginnen. Die beiden ersten Sonntage dieser Art haben schon einen Inhalt: Am 6. September stellt sich der Goldschmied Herr Horneber vor, der unseren Kelch schmieden wird, am 4. Oktober haben wir ein Rundgespräch mit dem Gestaltungskreis zu unserem Kirchenbau (zu beidem siehe unten). Wer sich bei den Verantwortlichen für das Sonntagscafé melden möchte, findet sie wie gewohnt unter der Rubrik „Übersichtliches“.

Mittelfristig würden wir das „Themen-Forum“ gern offen halten für aktuelle Themen, die bei Drucklegung des Gemeindebriefes noch nicht festliegen.

Jochen Butenholz • Claudio Holland • Felicia Holland

Gestalt und Atem des Weiheraumes: Podest weg – und dann?

Wir hatten uns als Gemeinde ein Jahr gesetzt, während dessen wir mithilfe des provisorischen Podestes Erfahrungen sammeln wollten, wie sich das Erleben des Kultus verändert, wenn man näher am Altar sitzt. Dieses Podest war nie als Entwurf für einen Umbau gedacht, sondern es war von vornherein provisorisch – also nur vorübergehend. Obwohl wir vielfach die Rückmeldung von Menschen aus der Gemeinde bekommen haben, sie würden es gern weiter stehen lassen, möchten wir den begonnenen Prozess der veränderten Wahrnehmung und den damit eingeleiteten Prozess möglicher Veränderungen des Weiheraumes nicht an dieser Stelle stehen lassen.

Das von uns selbst gesetzte Jahr mit dem Podest war eigentlich schon zu Pfingsten abgelaufen, und wenn nicht durch Corona eine lange Pause entstanden wäre, hätten wir es schon entfernt. Diesen Wechsel möchten wir nun nach den Sommerferien im Zugehen auf Michaeli nachholen. In der Woche ab Sonntag, dem 20. September, werden wir das Podest wieder abbauen, so dass die Kirche spätestens zu Michaeli wieder im alten Zustand ist – wer hat Kraft und Zeit, dabei mitzuhelfen?

Mancher wird sich fragen: Und nun – wie soll es weitergehen?

Der Gestaltungskreis hat sich in den letzten Monaten einige Male getroffen und eine gründliche Bestandsaufnahme gemacht: Was haben wir an dem Kirchenbau? Welches Potential hat er? Wo enthält er Hürden, die das Erleben des Kultus schwer machen? Wie wirkt er aus verschiedenen Perspektiven: von der Gemeinde aus, weiter vorne oder hinten, von der Musiker-Empore, vom Altar aus?

Ferner haben wir erste Ausblicke versucht: Was wünschen wir uns mit diesem Gebäude, was soll dort möglich sein, was wollen wir? Bei solchen Überlegungen besteht die große Versuchung, sich in Details zu verlieren und zu schnell konkrete Gestaltungsideen zu äußern. Es war eine große Hilfe, sich klarzumachen, dass es drei Aufgabenbereiche gibt, die sorgfältig unterschieden werden müssen, damit nicht einer dem anderen „hineinpfuscht“:

  1. Der Bauherr: Wollen – was wünsche ich mir von dem Gebäude, was soll darin leben, wofür muss es sich eignen, welche konkreten Funktionen muss es erfüllen?
  2. Der Architekt: Fühlen – wie kann man diese Wünsche so umsetzen, dass sich die Räume organisch aneinander anschließen, dass man gern darin lebt, dass die unterschiedlichen Funktionen einander nicht behindern?
  3. Die Handwerker: Denken – wie setzen wir das um, welche Arbeitsabläufe müssen eingehalten werden u.s.w.

Als Gemeinde sind wir der Bauherr, wir müssen also möglichst klar formulieren, was wir wollen, was wir brauchen – und möglichst keine Vorschläge für die konkrete Gestaltung machen!

Wichtig war es, zu konstatieren, dass alles, was wir für die Zukunft ins Auge fassen, ein Bruch mit dem ursprünglichen Bauimpuls ist, weil die Wirklichkeit heute eine ganz andere ist: Damals wurde bewusst ein großer Kirchenbau neben einem Priesterseminar konzipiert, in dem Priesterweihen und weltweite Synoden stattfinden sollten – ein großes Zentrum für die Christengemeinschaft, das frei für sich steht. Nachdem das Seminar nie gebaut wurde, die Kirche sich wegen ihrer akustischen Hürden auch für Synoden nur bedingt eignete, sich auch nicht als Anziehungspunkt für viele Menschen erwies – muss dieser Impuls neu gedacht werden.

Aus der bisherigen Arbeit hat der Gestaltungskreis ein paar Stichworte gesammelt für das, was die Kirche „können“ soll und was wir damit wollen. Sie sind keine Vorwegnahme einer Gemeinde-Entscheidung, sondern als anregende „Kristallisationspunkte“ für weitere Stichworte gedacht, die wir beim nächsten Gemeindeforum im Oktober mit Ihnen allen zusammentragen möchten:

  • Ich gehe mit der Frage um, wie wir unsere Kirche, die für große Festtage wie Priesterweihen und Synoden entworfen und gebaut wurde, zu einer Gemeindekirche umgestalten können. Die neu gestaltete Kirche sollte den Anforderungen, Gewohnheiten und Bedürfnissen unserer lebendigen, sich verändernden Gemeinde Raum geben. Astrid Homeyer

  • Der Kirchenbau soll für mein Empfinden auf bestmögliche Art und Weise dem kultischen Wort dienen. Dabei sehe ich die Gemeinde als ebenso Mitwirkende wie den Priester. Es soll möglich werden, dass das gesprochene Wort von jedem verstanden werden kann, dass der Kultus als Gemeinschafts-Tat erlebt werden kann.

Dazu ist eine Angleichung der Ebenen – bis auf drei Altar- und eine flache Kommunionsstufe – für mein Empfinden angemessener als die vielen Stufen im jetzigen Bau. Ebenso ist mir eine gewisse Nähe von Altargeschehen und Gemeinde wichtig. Zusammenfassend erscheint für mich ein Wandlungsprozess von der „Priesterkirche“ zur „Gemeindekirche“ die beste Umschreibung dessen, was ich mir wünschen würde. Felicia Holland

  • Ich wünsche mir eine Kirche, die sich einladend hinwendet zu den Menschen; einen Raum für Musik und gesprochenes Wort; einen Raum für lebendiges Gemeinde- und Kulturleben; einen geschützten Weiheraum, in dem die Zeit still stehen kann – eine kleine Kirche in einer großen?                                     Elisabeth Lorenz

  • Meine Wahrnehmung ist, dass sowohl der Kultus dem Leben guttut, als auch das Leben dem Kultus. Auf unsere Raumsituation bezogen bedeutet das für mich: Sie beleben sich gegenseitig, wenn sie sich berühren können, ohne einander zu stören. Wenn es gelingt, unseren Kirchenbau so zu gliedern, dass der Weiheraum mehr Nähe zwischen Altar und Gemeinde bietet und so eine Verdichtung des kultischen Geschehens fördert, dann könnte zugleich so viel Raum entstehen, dass wir auch die Gemeinderäume „in die Kirche holen“ könnten. Beides müsste sich akustisch so voneinander trennen lassen, dass z.B. eine Kinderbetreuung während der Weihehandlung problemlos möglich ist. Auch Räume mit ganz praktischen Funktionen wie Garderobe oder WC sollten ohne Schlüssel vom Weiheraum aus gut erreichbar sein.                                                                              Claudio Holland

  • Ich wünsche mir, dass zukünftig in der Kirche und ihrem Umkreis erlebt werden kann:
  • eine öffnende und einladende Geste im Zugang und in der Außengestalt als Ergänzung zur jetzt eher abwehrendgeschlossenen Gestaltung;
  • im schützenden Weiheraum auf ungefähr halbierter Fläche mit runden Sitzreihen eine Nähe zum Geschehen am Altar – im Sehen und Hören – und räumliche Einheit von Altar und Gemeindebereich;
  • Erweiterungsplätze für besondere Anlässe und Musik näher zum Altar;
  • ein Zugang und Ausgang des Weiheraumes von der Seite des FriedrichRittelmeyer-Hauses;
  • Rundgespräche, Einstimmung für die Sonntagshandlung, dann auch Vorträge und Konzerte (wie jetzt schon im offenen Raum erlebt) – vielfältige Aktivitäten in einem vom Weiheraum abgeteilten Raum, der Wohlfühlen und gutes Hören erlaubt;
  • Spielen, Erzählen, Kaffeetrinken, Theater und andere Gruppenarbeit für Menschen jedes Alters, in der Nähe Nebenräume mit Küche;
  • Ausblick/ Verbindung zum Garten (vielleicht sogar Kindergarten) mit Lebensraum für Tiere.   Manfred Hofmann

  • Das gründliche Hinschauen führt zu überraschenden Wahrnehmungen. Die großen Probleme unserer Kirche zeigen sich sofort: viel zu groß und schlechte Akustik. Erst langsam dagegen zeigen sich die genialen Seiten der Architektur. Als Beispiel seien die Pfeiler genannt. Die Linienführung in der Senkrechten ist einfach wunderbar. Auf die differenzierten Abstände in der Waagerechten kann man lange schauen und dazu vielfältige Betrachtungen anstellen. Diese Elemente wirken, aber bei den meisten sicher weitgehend unbewusst.

Bei der Suche nach Lösungsmöglichkeiten taucht immer wieder der Begriff „Kirche in der Kirche“ auf. Klar, irgendwie muss der Raum kleiner werden. Ich wünsche mir, dass sich Lösungen finden, den Raum differenziert zu nutzen, insbesondere den hinteren Teil als Gemeinderaum, ohne dass die genialen Seiten in ihrer Gesamtheit der Anschauung verlorengehen. Ob auch die weiteren notwendigen Räume (Garderobe, Toiletten, Küche, Verwaltung) innerhalb der Kirche bzw. mit Anbauten daneben Platz finden und das bisherige Gemeindehaus ganz anderen Nutzungen zugeführt werden können, ist mir noch eine offene Frage.                            Jochen Butenholz

  • Mein Wunsch für die Zukunft:
  • Pfarrer und Gemeindemitglieder kommen sich durch neue Höhen und Raumaufteilung näher;
  • der bisherige Kirchenraum bekommt durch neue Bauangliederung mehr Öffnung zum Umfeld;
  • der bisherige Weiheraum wird verkleinert, andere Lebensbereiche der Gemeinde können mit in die Kirche einziehen.                                                                                                   Wolfgang Voigt

  • Mir scheinen folgende Aspekte und Leitbilder wichtig zu sein:
  • Ein gutes Spannungsfeld zwischen Konzentration für den Kultus und Offenheit für alle Menschen, Gemeindemitglieder und (Zaun)Gäste.
  • Lebendigkeit und Leben für alle um die Kirche versammelten Menschen. Innere und äußere Formen, die besonders auch für Jugendliche wichtig und lebbar sein können.
  • Ein sorgfältiger Umgang mit Materialien und Gestaltung, die Dinge möchten echt und nicht Kulisse sein.
  • Insgesamt mehr Licht an bestimmten Orten, wärmere Farben, helles Holz.

                                                                                                            Till Ungefug

Sehr herzlich laden wir Sie ein am Sonntag, den 4. Oktober um 11:45 Uhr zu einem Gemeindeforum nach dem Gemeindecafé, bei dem auch unser Architekt Egon Tietz wieder dabei sein wird.

Für den Gestaltungskreis Claudio Holland

Gestaltung des Gemeindegeländes

Nachdem die Betonkante vorn am Gemeindegrundstück schon vor Wochen entfernt wurde, hatten wir die Zusage, dass bald nach Himmelfahrt auch die Garage abgerissen, der dadurch entstehende Parkplatz eingerichtet und die Einfassung mit Granit vorn zum Fußweg fertiggestellt wird. Einiges Unvorhersehbare kam bei der ausführenden Firma dazwischen, und wenn wir Glück haben, werden die Arbeiten in den Sommerferien ausgeführt. Es ist jedenfalls „in Arbeit“.

Claudio Holland

Sommerkurs: Raphael – ein Künstler als Weltmacht

Der bedeutende Kunstgeschichtler Herman Grimm (1828-1901) hat sich sein Leben lang mit Raphael von Urbino beschäftigt, der am Karfreitag 1483 geboren wurde und am Karfreitag 1520, also vor 500 Jahren, starb. Schon in jungen Jahren hat er mit „Das Leben Raphaels“ ein sehr beachtetes Buch veröffentlicht, war aber damit nicht zufrieden, versuchte sich in immer neuen Anläufen und starb schließlich über dem letzten Versuch, einem Fragment, zu dem er keinen anderen Titel gelten lassen mochte als  „Raphael als Weltmacht“.

„Wie er so ringt, Raffael sich begreiflich zu machen, das ist ganz besonders interessant, denn indem er das in Mailand befindliche weltberühmte Bild der «Vermählung der Maria» zu beschreiben unternimmt, zu verstehen unternimmt, da braucht er eine bedeutsame; längere Einleitung, und diese längere Einleitung ist eigentlich ein Stück Weltgeschichte. Sie ist eine Betrachtung über Natur und Wesenheit der römischen Kultur, eine Betrachtung des Einschlagens des Christus-Impulses in diese römische Kultur, eine Betrachtung der Weiterentwickelung dieses Christus-Impulses innerhalb der europäischen Geisteskultur und dann eine weitere Betrachtung über den Einschlag, den neuerlichen Einschlag des Griechentums in die damalige römische Geisteskultur zur Zeit Raffaels. Und dabei behauptet Herman Grimm, dass das alles notwendig sei zu betrachten, um allein dieses Bild Raffaels, «Die Vermählung der Maria» zu verstehen, denn ihm erscheint das, was in diesem Bild zum Ausdruck kommt, so umfassend, so heraus entspringend aus der gesamten Entwickelung des menschlichen Geistes, dass ihm hineingeheimnisst erscheint in die Schöpfung Raffaels alles das, was innerhalb des europäischen Geisteslebens empfunden, gedacht, geschaut hat werden können seit dem Einschlag des Christus-Impulses bis zur Schöpfung dieses Bildes.“ (Rudolf Steiner, „Raphael im Lichte der Geisteswissenschaft“, München 13.3.1913)

Im diesjährigen Sommerkurs wollen wir versuchen, so bekannte Bilder wie die Sixtinische Madonna“ oder die „Schule von Athen“ unter vergleichbar weitgespannten Gesichtspunkten neu anzuschauen am 16. und 23. Juli und am 20. August.

Jochen Butenholz

„Kulissenrisse“ (Jugend-Theater)

Eine ernsthafte Komödie in drei Akten von Ani-Amoria Benka

In unserem Theaterstück, das wir am Dienstag, den 25. August, um 19:30 Uhr in Ihrer Gemeinde aufführen, geht es (wie in fast jedem Theaterstück) um Liebe, Leid, Freundschaft, Verletzungen, Beziehungen, Spaß, Freude und menschliche Schwächen. Vor allem aber geht es um ein kleines Theater mit seinen Schauspielern. Schau… Spieler… das Spielen, zur Schau stellen. Was ist aber, wenn man nicht mehr zur Schau steht, sondern ist? Was ist, wenn aus Schein Sein wird? Spiele ich, was ich bin? Oder bin ich, was ich spiele? Wem spiele ich was vor? Was spiele ich? Wann spiele ich, wann bin ich? Wer bin ich? Wer entscheidet, wann ich spiele und wann ich bin? Ich? Ja, manchmal. Immer? Wohl kaum. Manchmal spiele ich, auch wenn ich sein will. Wer schreibt die Vorlagen? Das Leben, die Gesellschaft… oder doch ich? 

Die Theatergruppe besteht aus acht Jugendlichen und zwei Erwachsenen der Würzburger Gemeinde.

Ilona Hahn

Die Christengemeinschaft in Irland

zwischen Kirchenkritik und Naturnähe

In der Republik Irland gibt es ein wunderbar naturverbundenes Christentum und zu­gleich eine katholische Kirche, die sich dort autoritärer aufgeführt hat als anderswo: reaktionäre Eingriffe in die Gesetzgebung, Missbrauch von Frauen und Kindern, Waisenhäuser mit drakonischen Sitten, Selbstzufriedenheit der Priester… das hat dort nicht nur diese Kirche, sondern alle Christen-Gemeinschaften in Verruf gebraucht. Wohl auch deshalb hat sich unsere Christengemeinschaft dort fast nicht bei „Natives“ in Irland einbürgern können, sondern bei Zugezogenen, die z.B. in den Camphill-Einrichtungen mitwirken. Unsere Erzpriesterin Ute König schafft es dort unermüdlich, sich an drei Sonntagen des Monats in je einer anderen heilpädagogischen Gemeinschaft die Gottesdienste zu halten und sie nur einmal in der Hauptgemeinde im Südwesten zu feiern. Wir waren ja dorthin eingeladen, um eine der Sommer-Vortragsserien kompakt und auf Englisch zu halten. Sehr gern möchten wir von unseren Eindrücken berichten!

Ihre Regina und Frank Hörtreiter

100 Jahre Christengemeinschaft

In diesem Herbst möchten wir in den nordwestdeutschen Gemeinden den ersten Akzent für den hundertsten Geburtstag der Christengemeinschaft 2022 setzen. Die Gemeinden sind das Zentrum, von dort aus geht der Impuls in die Region zu einer Tagung vom 8. bis 10. Oktober 2021 in Hannover, dann zur weltweiten Tagung vom 7. bis 11. Oktober 2022 in Dortmund. Von dort kehrt der Impuls zurück in die Regionen und schließlich in die Gemeinden. Es wird vielfältige Aktivitäten geben auf allen Ebenen, welche unser Bewusstsein auf die Wirksamkeiten des Wesens unserer Christengemeinschaft lenken sollen. Wenn wir den Geburtstag eines lieben Menschen feiern, denken wir auch an Vergangenheit und Zukunft, an verschiedene Charaktereigenschaften des Geburtstagskindes – und feiern diese. Für ein Geburtstagskind ist diese Feier wichtig, es stärkt sein Selbstbewusstsein, es stärkt die Verbindung mit allen, die zu ihm gehören, es stärkt seinen Weg in die Zukunft. In unserer Vortragsreihe folgen wir Anregungen aus den Gemeinden: Wie war es damals eigentlich wirklich? Wie hat es sich gewandelt? Wohin will sich die Christengemeinschaft entwickeln? Es gibt viele ungehobene Schätze aus der Gründung der Christengemeinschaft, Quellkräfte, die noch schlummern und erst geboren werden wollen. Es gibt manche verklärenden Geschichtsbetrachtungen, die bereinigt werden wollen und welche die Christengemeinschaft nicht braucht, um geistig bedeutend zu sein. Es gibt viele Entwicklungsfelder, auf denen wir Jahr für Jahr in die Zukunft schreiten wollen. Es gilt Kräfte und Impulse zu erahnen, die der Christengemeinschaft aus der Zukunft zuteilwerden wollen.

Joachim Paulus

P.S. Das erste Vorbereitungstreffen für die Regionaltagung hat in Hannover zu vielen Ideen angeregt, die hier bei einem nächsten Nachmittagsgespräch am Donnerstag, den 17. September, 14:15–19:00 Uhr, also vor dem Vortrag von Thomas Demele, weiter ausgestaltet werden sollen. Es wäre sehr schön, wenn sich dann auch aus unserer Gemeinde Menschen dazugesellen würden! Vielleicht sprechen Sie mich deswegen an? Es ist in solch einer Vorbereitungsphase besonders schön, sich einzubringen, weil da noch alles offen ist, besonders auch die Art der Begegnung. Wir werden bestimmt nicht die (etwas zu übliche) Form allein pflegen, also ernste Gesprächsgruppen und gewichtige Vorträge, sondern hoffen auf sehr viel mehr Begegnungsarten. Meldungen gern an Ihren Frank Hörtreiter

Kelch – Begegnung mit Lorenz Horneber am 6. September

Nach einem Jahr Kinder-Pause fand im Februar eine Begegnung zwischen der Silberschmiedin Elisabeth Niklowitz und uns Pfarrern statt. Im Herbst hatten wir Zeichnungen und Fotos des Kelch-Modelles erhalten. Felicia Holland, die zu diesem Zeitpunkt ihre Arbeit als Pfarrerin noch nicht begonnen hatte, war in die Überlegungen mit ein­bezogen worden und hatte vorab die Bilder gesehen.

Nachdem Frau Niklowitz uns als Gemeinde in ihrem Weihnachtskurs 2018 zu mathematisch-geometrischen Denkübungen eingeladen hatte, präsentierte sie uns im Februar letzten Jahres einige Modelle von früher geschmiedeten Kelchen. Bei der Betrachtung dieser Modelle bekam sie damals verschiedene Rückmeldungen, die in den Gestaltungsprozess einfließen sollten:

  • Der Kelch soll nicht nur als Ort der Wandlung erkennbar sein, sondern muss auch eine ausschenkende Geste machen, und da bietet sich eine eher parabelförmige Schale an.
  • Er muss zwar für das Auge erkennbar fest auf dem Altar stehen, braucht aber zugleich auch Leichtigkeit.
  • Gerade in unserem Kirchenbau, in dessen Gestaltung einerseits viele Gedanken und andererseits viel Wille geflossen ist, soll der Kelch eine seelische Mitte bieten.

In den Zeichnungen und Fotos vom Modell, die wir dann im letzten September von ihr erhielten, konnten wir unsere Gestaltungswünsche, die wir sowohl vor einem Jahr mit der Gemeinde geäußert als auch zwischendurch am Telefon noch einmal in Erinnerung gerufen hatten, nicht finden. Sie bot an, im Februar diesen Jahres nach Hannover zu kommen und das Modell mitzubringen. So hatten wir Gelegenheit, den Kelch in die Hand zu nehmen und ihn mit Flüssigkeit gefüllt praktisch zu erproben.

Die weite, flache Schale machte das Handhaben und Austeilen sehr schwierig, und auch in seiner Gesamtgestalt schien uns der Kelch seinen eigentlichen Zweck – dienende Mitte des kultischen Geschehens zu sein – nicht befriedigend zum Ausdruck zu bringen. Die Gedanken, aus denen Frau Niklowitz den Kelch geometrisch sehr präzise konstruiert hatte, schienen allein maßgeblich für die Gestalt zu sein. Sie selbst sagte, wenn sie unsere Wünsche einbeziehen wolle, müsse sie den ganzen Prozess von vorn beginnen, was ihr zurzeit gar nicht möglich sei. Außerdem widerspreche dies ihrem Grundansatz, der weitgehend unverändert sei.

In dieser ausführlichen Begegnung, wo wir sehr offen miteinander sprachen, ergab sich für uns das Bild, dass wir in der Frage der Kelchgestaltung nicht mit ihr zusammenkommen – eine schmerzliche Erkenntnis nach einem so langen Weg. Dass sie handwerklich hervorragende Arbeit leistet, ist davon unberührt.

Vielleicht hätten wir früher erkennen können, dass sie ihr ganz eigenes Ideal vom Kelch hat, in das sich die Anregungen Anderer nur schwer einbeziehen lassen. Wir haben uns mit ihr geeinigt, dass sie für den geleisteten Aufwand eine finanzielle Entschädigung bekommt und wir den Auftrag anderweitig vergeben.

Schon im September 2017, nachdem die Gemeinde beschlossen hatte, einen Kelch schmieden zu lassen, hatten wir bereits einmal Kontakt zu dem Hamburger Goldschmied Lorenz Horneber aufgenommen, der schon mehrere Kelche für die Christengemeinschaft geschmiedet hat. Nun haben wir Ende März erneut mit ihm gesprochen, und er hat einen Entwurf gemacht.

Am Sonntag, den 6. September, haben Sie im Anschluss an die Menschenweihehandlung, die Sonntagshandlung für die Kinder und das Gemeindecafé Gelegenheit, Herrn Horneber in einem Gesprächsforum persönlich kennen zu lernen.

Jochen Butenholz • Claudio Holland • Felicia Holland

Konfirmation im September – evtl. ohne Gemeinde?

In der Osterzeit konnte die Konfirmation nicht wie geplant stattfinden, und wir werden sie am 13. September nachholen. Die Namen der Konfirmanden wurden schon im letzten Gemeindebrief genannt.

Ob wir dieses Ereignis in diesem Jahr auf die Angehörigen und Gäste beschränken müssen, oder ob Sie alle als Gemeinde daran schon wieder teilnehmen können, lässt sich bei Drucklegung dieses Gemeindebriefes noch nicht sagen. Wir werden rechtzeitig per Rundmail und Aushang im Schaukasten darauf hinweisen – bitte halten Sie die Augen offen!

Claudio Holland

Ausstellung „Nachtgespräch“

Von Ende August (Schuljahresbeginn) bis Ende November stellt Kurt Baumfeld aus Hildesheim, Jahrgang 1955, seine Bilder in unseren Gemeinderäumen aus. Er ist Schü­ler von Beppe Assenza, ehemaliger Dozent an der Alanus Hochschule, seit 2001 Lehrer an der Freien Waldorfschule Hildesheim. Über seine Arbeit schreibt er:

Eine Bibelstelle nehme ich mit in die Nacht und lasse am nächsten Morgen deren Wirkung aus der Nacht auf das Papier fließen. Ich habe Vertrauen in den Geist, der mit mir ist, beim Malen, aber auch bei meinem sonstigen Handeln, aber besonders beim Malen. Ich vermeide Vorstellungen, Träume, Visionen oder Bilder darzustellen, die in mir auftauchen. Nur die Farbe in ihrer Wirkung und mit ihren Bedürfnissen leitet meine Hand. Die entstandenen Bilder stehen neben dem Text da und zeigen seine Wirkung auf mich und führen mich und den Betrachter zu einer neuen, aktuellen Sicht des gelesenen.

Kurt Baumfeld

Michaeli-Fest

Der erste Sonntag in der Michaeli-Zeit fällt zusammen mit dem Themen-Forum zu Gestaltungsfragen unserer Kirche. Es schien uns nicht passend, nebenbei das Fest für die Kindern zu gestalten, bei dem wir Pfarrer involviert sind und damit auch an dieser Begegnung zu wichtigen Zukunftsfragen nicht vollzählig teilnehmen könnten. Deshalb findet unser Michaeli-Fest, das wir im letzten Herbst neu gestaltet haben mit dem Kristallberg hinten in der Kirche, in diesem Jahr zwei Tage vor Beginn der Michaeli-Zeit statt am Sonntag, den 27. September.

Im Anschluss an die Sonntagshandlung findet noch eine Taufe statt, zu der gerade auch alle Kinder herzlich eingeladen sind. Deshalb wird das Fest erst danach, vermutlich kurz nach 12:00 Uhr beginnen. Es dauert nicht lange, so dass Sie trotzdem mit den Kindern frühzeitig zum Mittagessen wieder zu Hause sind.

Claudio Holland

Menschenweihehandlung samstags um 10:00 Uhr

In einem unserer wöchentlichen Rundbriefe hatten wir Sie gefragt, ob es eine Erleichterung wäre, wenn wir die Menschenweihehandlung am Samstag jeweils eine Stunde später als bisher, also um 10:00 Uhr feiern. Darauf kam so viel positive Resonanz, dass wir nach den Sommerferien ab dem 29. August den Beginn der Weihehandlung am Samstag so verändert haben.

Gesprächskreis mit Jochen Butenholz

Nach den letzten vortragsartigen Betrachtungen über die Erde bin ich verschie­dent­lich gefragt worden, ob das nicht irgendwie weitergehen könne. Ich habe noch nicht ein deutliches Bild davon, wie das gehen könnte, halte aber auch für möglich, dass sich die Frage nicht nur auf das Thema, sondern auf den Arbeitsstil richten könnte. Und so stelle ich jetzt hiermit die Frage, ob Interesse besteht an einer regelmäßigen Arbeit.

Es gibt ja in solchem Sinne schon lange den Evangelien-Kreis mit Claudio Holland, der vormittags, also vorwiegend für Nicht-Berufstätige, stattfindet. Als Ergänzung denke ich eher an eine Zeit am späten Nachmittag oder frühen Abend, zum Beispiel 18:00 Uhr. Als Wochentag kommt für mich nur der Dienstag in Frage. Und inhaltlich sehe ich die Möglichkeit, sich epochenartig für jeweils etwa vielleicht ein Vierteljahr mit einem Thema zu beschäftigen, so dass man dann auch wieder aufhören kann – oder auch weitermachen. Als mögliche zentrale Themen sehe ich zum Beispiel: das Vaterunser, das Bekenntnis, Motive aus der Weihehandlung, Paulus. Es kann aber auch auf Wunsch ganz anderes sein.

Bitte geben Sie mir bei Interesse Nachricht; sobald mindestens fünf Menschen sich mit mir auf eine derartige Unternehmung einlassen mögen, kann es losgehen.

Jochen Butenholz

Vergangenheits- und Zukunftsaspekte der Bestattung

In seinem Dankesgruß deutet Frank Hörtreiter den von uns angesprochenen Zu­kunfts­aspekt im Umkreis der Bestattung an. Diesen Hinweis möchten wir gern ein bisschen ausführlicher beschreiben und für Sie nachvollziehbar machen:

Die Begleitung um den Tod eines Menschen ist auf der einen Seite immer ein Abschluss von etwas Vergangenem. Von diesem Blickwinkel aus kann es eine Hilfe sein, wenn dieser Weg begleitet wird von einem Priester, mit dem man eine gemeinsame Vergangenheit hat.

Auf der anderen Seite erleben wir deutlich, dass sich im Umkreis des Todes eines Menschen oft eine neue Tür auftut für die Angehörigen und Hinterbliebenen: Nicht selten haben Kinder und Enkel kaum Verbindung zur Christengemeinschaft, nicht selten haben sie aber auch belastende Erinnerungen an diesen Ort. Dass dies mit Blick auf die Geschichte der Hannoveraner Gemeinde eine besondere Rolle spielt, ist kein Geheimnis.

Wir haben mehrfach erlebt, dass es für die Angehörigen eine Hilfe sein konnte, wenn die Begleitung im Sterben und die Bestattung gerade durch einen Priester vollzogen wurde, der hier wenig Vergangenheit hat, der aber die Zukunft unserer Gemeinde mitgestaltet. Eine Bestattung, also der Abschluss von etwas individuell Vergangenem, hat auf diese Weise häufig eine stark zukünftige Bedeutung für die Bildung der kommenden Gemeinde.

Die Verantwortung für die Gemeindebildung haben in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern immer die amtierenden Priester – nicht, weil sie begabter oder geeigneter wären, sondern weil ihnen diese Aufgabe übertragen ist. Deshalb ist es üblich, dass ein emeritierter Priester, wenn man ihn bittet, ein Kind zu taufen, eine Trauung zu vollziehen oder einen Menschen beim Sterben zu begleiten und zu bestatten, jeweils auf die jüngeren Kollegen verweist. Im Einzelfall kann es trotzdem stimmig sein, dass er dann in Absprache mit den amtierenden Kollegen diese Handlung vollzieht.

Im Sinne des oben Beschriebenen hat auch Herr Hörtreiter von 2006 bis 2015 noch sehr viel Zukunft in Hannover mitgestaltet.

Bezüglich der Bestattungen haben wir mit ihm gesprochen, und da er klare Verhältnisse schätzt, wollte er diesen Bereich nicht teilweise abgeben oder im Gespräch mit uns zum Teil noch weiterführen, sondern gerne ganz abgeben. Im Übrigen spielt auch das Leben selber noch mit: Wenn wir drei gerade alle im Urlaub, auf Jugendfreizeiten, Tagungen oder anderswo sind, wird Herr Hörtreiter in Vertretung alles tun, was sich als notwendig erweist. Dass er von sich aus darum bat, zugleich auch die Seelsorge aufzugeben, akzeptieren wir selbstverständlich. Wir haben ihm gegenüber immer die Haltung, dass alles, was er tut, Geschenk ist, und dass wir alle bei einem Emeritierten keinen „Anspruch“ auf etwas haben.

Wir sind sehr froh, dass er weiterhin am Altar und im Bereich der Lehre mit uns Kollegen für uns alle tätig sein wird.

Jochen Butenholz • Felicia Holland • Claudio Holland

Freiheit und Verlässlichkeit in Bezug auf die Bestattung

Sakramente brauchen Verlässlichkeit: Jeder Mensch möchte sich darauf verlassen können, dass ein Priester da ist, wenn ein Kind getauft werden soll oder ein Paar getraut werden möchte, wenn seelsorgerlicher Beistand benötigt wird oder wenn es auf das Sterben zugeht. Gleichzeitig brauchen die Sakramente absolute innere Freiheit: Jede vertraute Beziehung zu einem Priester, in der man sich nicht wirklich frei fühlt, jederzeit auch einen anderen Priester ansprechen zu können, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen, würde diese Freiheit infrage stellen. Freiheit und Verlässlichkeit sind unabdingbare Grundlage für ein gedeihliches Miteinander als religiöse Gemeinschaft.

In der Christengemeinschaft legen wir großen Wert darauf, dass die Beziehung zu den Sakramenten möglichst unabhängig von einer einzelnen Priesterpersönlichkeit sein soll. Wir kündigen nicht an, wer sonntags zelebriert, predigt oder die Sonntagshandlung hält, und obwohl es natürlich auch da Vorlieben geben kann, lässt es sich in der Regel gut damit leben.

Wenn es aber um ein Sakrament geht, das einen individuelleren Charakter hat wie eine Taufe, eine Trauung, ein Beichtgespräch oder eine Letzte Ölung und Bestattung, dann wählt jeder selbst, wen er darum bittet.

Während man Taufen, Trauungen und Beichtgespräche in Ruhe vorbereiten und einen passenden Termin dafür planen kann, weiß aber niemand, wann ein Mensch stirbt. So ergibt es sich bei einer Letzten Ölung und Bestattung oft erst im unmittelbaren Zugehen auf das Sterben, welcher Priester diese Schritte begleiten kann.

In unserem Gemeindehaus liegen im Foyer die sogenannten „gelben Zettel“ aus, auf denen man stickpunktartig für die eigenen Angehörigen und für uns Pfarrer kundtun kann, welche Wünsche man für die eigene Bestattung hat (Erd- oder Feuerbestattung u.s.w.). Auf diesen Zetteln gab es bisher einen Passus, der ungewöhnlich und vor dem Hintergrund der oben beschriebenen Verhältnisse zu befragen ist: Man sollte den Namen des Priesters nennen, der (wenn möglich) diese Schritte begleiten soll.

Auf der einen Seite erzeugt diese Namensnennung eine Illusion, denn in der Realität kann dieser Wunsch gar nicht immer erfüllt werden, wenn der dort Genannte gerade auswärts ist. (Abgesehen davon liegen uns etliche gelbe Zettel mit Namen von längst fortgezogenen oder verstorben Priestern vor.)

Auf der anderen Seite erzeugt eine solche mit Unterschrift versehene Namensnennung das Gefühl, sich vertraglich „festgelegt“ zu haben: Wenn ich zu einem späteren Zeitpunkt einen anderen Priester an meinem Sterbebett wünsche – muss ich das dann rechtfertigen? Begehe ich nicht eine Art „Vertragsbruch“? Das erzeugt eine Verbindlichkeit, die nicht Verlässlichkeit schafft, sondern unfrei macht und festlegt.

Jeder Mensch darf sich zu jeder Zeit an den Priester wenden, den er wünscht, ohne sich dafür zu rechtfertigen – auch dann, wenn er im Sterben liegt.

Auch in Zukunft wird es die „gelben Zettel“ geben, auf denen Sie uns schriftlich mitteilen können, was im Falle Ihres Todes geschehen soll, aber dort wird nicht mehr gefragt, wer das tun soll. Wir möchten jede noch so subtile zwingende Festlegung vermeiden. Falls Sie von sich aus das Bedürfnis haben einen Namen zu nennen, können Sie das in den freien Zeilen für Bemerkungen gerne tun. Und auch dann werden wir diese Namensnennung insofern als provisorisch betrachten, als Sie das jederzeit neu und anders entscheiden können. Niemand von uns wird deshalb beleidigt sein.

Die Sakramente brauchen absolute Verlässlichkeit und zugleich absolute innere Freiheit. Sie dürfen sicher sein, dass ein Priester für Sie da ist, wenn Sie seelsorgerliche oder sakramentale Begleitung wünschen.

Jochen Butenholz • Felicia Holland • Claudio Holland

P.S. Gelegentlich werden wir gefragt, ob auch Menschen bestattet werden, die nicht Mitglied der Christengemeinschaft sind. Die Antwort lautet: Wir bestatten Menschen. Wir möchten aber von diesen Menschen wissen, was ihr eigener Wille ist, denn es wäre arrogant zu meinen, dass jeder Verstorbene damit einverstanden ist, nach dem Tod mit unseren Ritualen konfrontiert zu werden.

Wer Mitglied der Christengemeinschaft ist, hat damit seinen grundsätzlichen Willen zu unseren Sakramenten kundgetan. Bei wem wir durch sein Leben mit den Sakramenten diese Beziehung sehen, nehmen wir auch das als Willensäußerung.

Wo das nicht so klar zu sehen ist, da bitten wir, dass wir vor dem Tod angesprochen werden. Es ist für alle Beteiligten – für den Sterbenden selbst, für seine Angehörigen und uns Priester – eine große Hilfe, wenn zu Lebzeiten solche Fragen geklärt und der eigene Wille bekundet worden ist.

E-Mail-Verteiler für wichtige Mitteilungen  

Als wir wegen des Corona-Virusʼ alle Veranstaltungen in der Gemeinde absagen mussten, haben nicht alle Menschen diese Nachricht rechtzeitig erhalten. In der gebotenen Kürze der Zeit haben wir eine Mail geschrieben an alle, deren Mail-Adresse im Gemeindeverteiler erfasst war, der auf dem Computer im Gemeindebüro gespei­chert ist und dort aktuell gehalten wird.

Sie sollten wissen: Auch wenn Sie mit einem der Pfarrer Mailkontakt haben, dann ist Ihre Mailadresse deshalb nicht automatisch im Verteiler des Gemeindebüros – das müssen Sie dort selbst aktiv veranlassen!

Wir regen an, sofern Sie eine Mailadresse haben und Ihre Mails auch in regelmäßigen Abständen lesen, eine Nachricht an Frau Werner in unserem Gemeindebüro zu schicken unter nadine.werner@christengemeinschaft.org und sie zu bitten, in den Mail-Verteiler für aktuelle Nachrichten aufgenommen zu werden. Wenn Sie möchten, können Sie trotzdem das reguläre Gemeindeprogramm weiterhin per Post erhalten.