- Die Christengemeinschaft | Michael-Kirche

Gemeindebrief

Die Christengemeinschaft

Gemeinde in Hannover

Ellernstr. 44 · 30175 Hannover

Willkommen. 2

Vorhaben und Veranstaltungen. 5

Gestalt und Atem des Weiheraumes. 5

Einladung zur Außerordentlichen Mitgliederversammlung. 7

Heilung der Zeitkrankheiten. 7

„Der Großinquisitor“ – Logik oder Wahrheit 8

Bewusstseins-Erheiterung. 8

„Wer nit bet, kann nit denken… Wer nit denkt, lernt nit beten.“ 8

„Was in der Mitte steht“: Die anatomische Grundlage der Freiheit 9

„Moses und Elias im Gespräch mit Ihm“ 9

Der Weg von Weihnachten nach Ostern, gespiegelt in Bachs Cello-Suiten 1-3  10

Maria Thun zum 10. Todestag. 10

Für Kinder 11

Aussäen des Osterweizens und Osterfest 11

Mitteilungen. 11

Auszeit von Jochen Butenholz. 11

Ausstellung: Raphael Madl, Balkenwerk und Farbenspiel 11

Küche im Vorraum des Gemeindesaales. 12

Liebe Gemeinde,

jede Geburt ist ein Ereignis, das sich auf die Zukunft bezieht: Das Leben beginnt gerade erst, mit allen Höhen und Tiefen, mit besonderen Herausforderungen und gewöhnlichem Alltag, mit Erfolgen und Hindernissen, die kommen werden. Geburtstage dagegen sind Ereignisse, die sich auf die Vergangenheit beziehen: darauf, dass ein Mensch vor soundso vielen Jahren geboren wurde.

Weihnachten kann einseitig als Vergangenheitsfest missverstanden werden: als Erinnerung an die Christ-Geburt vor 2000 Jahren. Als Tradition hat das Christentum aber weitgehend ausgedient. Die Rückbesinnung auf dieses Ereignis rein über das Gefühl gelingt immer weniger, und dann kann es sehr äußerlich werden.

Es gibt aber die Möglichkeit, das Christ-Geburtstagsfest an die Gegenwart und Zukunft anzuknüpfen: Wo gebe ich diesem göttlichen Wesen, das als Mensch unter uns und in uns wirken möchte, jetzt einen Raum in meinem Leben? Wie kann dieses Wesen in mir den Mut zur Entwicklung anregen? Wie kann es in mir die Kraft wecken, in umkämpften Zeiten innerlich aufrecht zu stehen, ganz bei mir zu sein und gleichzeitig beweglich und offen für Andere zu bleiben? Diese Stimmung macht nicht alt, sondern kann zu einer inneren Verjüngung führen und den Blick nach vorne frei machen.

Im kommenden Herbst feiert die Christengemeinschaft ihren 100. Geburtstag. Sie wurde nicht gegründet, um einigen Menschen, die der Anthroposophie nahestehen, auch am Sonntag ein vertrautes Flair zu bieten. Sie sollte auch nicht etwas Schönes bewahren, das im Schwinden begriffen ist.

Es ging um den Aufbruch in einen neuen religiösen Lebensstrom, der mit dem freien Ich jedes einzelnen Menschen rechnet. Es ging um eine religiöse Gemeinschaft, die nicht moralische Instanz von außen sein will, sondern die individuelle moralische Kraft jedes Menschen von innen bekräftigen und unterstützen möchte.

Dieses Ideal wurde und wird noch nicht immer verwirklicht – das gehört zum Wesen von Idealen. Man muss sogar konstatieren, dass gelegentlich gegen dieses Ideal gehandelt wurde. Das ist aber kein Beweis, dass religiöse Gemeinschaft als solche heute nicht mehr zeitgemäß und möglich ist. Vielmehr ist es ein Ansporn, dieses zukünftige Ideal neu ins Auge zu fassen und sich der großen Verantwortung, die damit verbunden ist, neu bewusst zu werden.

Wir dürfen sehr dankbar sein für alles, was in 100 Jahren an vielen Orten der Welt möglich geworden ist – trotz aller Hindernisse, trotz menschlicher Unzulänglichkeiten – und dank der Begeisterung und Treue vieler Menschen, dank unterschiedlichster und gegensätzlichster Begabungen, dank gegenseitiger Duldsamkeit und nicht zuletzt dank geschenktem Glück.

Bei aller berechtigten Dankbarkeit soll das große „Geburtstags“-Fest, die internationale Tagung in Dortmund „Logos 2022 – consecrating humanity“ (7. - 11. Oktober 2022), kein nostalgischer Rückblick werden, bei dem wir stolz unsere Erfolge aufzählen, sondern ein Tag der Geburt – die Neubesinnung auf ein kommendes Jahrhundert.

Wie der einseitige Blick in die Vergangenheit die Gefahr der Nostalgie, der romantischen Verklärung birgt, so birgt der einseitige Blick nach Vorn die Gefahr schwärmerischer Illusion: „Bisher waren wir in manchem noch altmodisch, noch nicht auf der Höhe unseres geistigen Auftrages – aber nun, ganz bald, wird das alles ganz anders werden, viel besser und schöner.“

Eines ist doch klar:
1. In der real existierenden Christengemeinschaft hat bereits (auch wenn das paradox klingt) sehr viel Zukunft stattgefunden, die zur damaligen Gegenwart (wieder paradox) jeweils genau richtig war und die Menschen belebt und begeistert hat.
2. Nur, weil wir ein Jubiläum feiern und uns dafür die Zukunft auf die Fahne schreiben, wird sich gar nichts ändern und weiterentwickeln – das kennen wir von Wahlprogrammen und internationalen Umwelt-Abkommen.

Eine Gemeinschaft, die Christus als ihren Mittelpunkt erlebt, die mit dem freien Ich jedes einzelnen Menschen rechnet, die jedem Menschen individuelle moralische Bekräftigung von innen sein möchte, ist nach 100 Jahren kein bisschen veraltet, sondern beginnt gerade erst. Ob sie aber lebendig ist, ob sie sich entwickelt, hängt von uns allen ab. Vor allem, ob sie über die eigenen Bedürfnisse hinaus wirksam ist.

Christengemeinschaft ist nicht nur für die persönliche innere Stärkung da. Sie ist darauf angelegt, eine „Inwelt-Schutz“-Bewegung für die Menschheit zu sein, eine Art „Sundays for Future“, also eine Gemeinschaft, die sich verantwortlich fühlt für die Erhaltung des Lebens auf der ganzen Erde im geistigen Sinne, und die Woche für Woche dafür einsteht. Jede Menschenweihehandlung bezieht die ganze Stadt, die ganze Natur, die ganze Erde mit ein und wirkt ernährend – weit über den kleinen Kreis derer hinaus, die sich vor dem Altar zusammenfinden.

Die Grundgeste der Medizin ist heute, wenn man von alternativen Methoden absieht, die Bekämpfung von Krankheit, was in dem Begriff „Antibiotikum“ (anti bios = gegen das Leben) zum Ausdruck kommt. Die Weihehandlung ersetzt keine Medizin. Sie ergänzt sie aber um eine Kraft, die schon davor, währenddessen und danach integrierend begleiten kann. Insofern könnte man die Weihehandlung auch als „Breitband-Biotikum“ bezeichnen, also eine das Leben stärkende, positiv auf alle Bereiche wirkende Arznei.

Daran darf man auch dann mitwirken, wenn man für sich persönlich gar kein Bedürfnis nach Gemeinschaft hat. Es reicht der Impuls, die eigene Gebets-Bemühung, die eigene spirituelle Tätigkeit mit ähnlichen Bemühungen vieler ganz anderer Menschen so zu vereinen, dass diese Kraft sich bündelt in ein Sakrament, das bis in die irdische Substanz heilend und verwandelnd einwirkt.

Weihnachten kann ein verjüngendes Ereignis sein, wenn man es nicht als Geburtstag, als bloßes Erinnerungs-Fest feiert, sondern sich einlässt auf die Geburt des Christus im eigenen Leben, jetzt und heute. Das bevorstehende 100-jährige Bestehen der Christengemeinschaft kann jeden einzelnen und uns alle als Gemeinschaft innerlich lebendig machen, wenn es nicht allein im Rückblick auf Erreichtes oder auch auf Verpasstes bleibt, sondern wir den Aufbruch in mehr Eigeninitiative, mehr Verantwortung versuchen.

Etwas Neues zu gründen ist trotz aller Schwierigkeiten leicht, weil ihm der Zauber des Anfangs innewohnt. Eine bereits bestehende Christengemeinschaft heute neu zu greifen ist ähnlich schwer und ähnlich spannend, wie heute Weihnachten zu feiern. Das Wagnis lohnt sich – gerade in umkämpften Zeiten!

Herzlich grüßt Ihr

 

Gestalt und Atem des Weiheraumes

Am 17. Oktober kamen im Anschluss an die Weihehandlung rund 25 Menschen im hinteren Bereich der Kirche zu einem Gemeindeforum zusammen. Anlass für dieses Treffen war der Austausch über die Erfahrungen mit dem Kir­chen­raum, der seit dem Workshop zu Pfingsten provisorisch durch Tücher geteilt ist. Zum Auftakt gingen wir alle nacheinander zur oberste Altarstufe auf die Position des Priesters, dann von hinten um den Altar herum, um aus dieser Perspektive den Raum noch einmal wahrzunehmen.

Im Rundgespräch wurden unterschiedliche Wahrnehmungen beschrieben. Hier sollen stellvertretend einige schlaglichtartig wiedergegeben werden:

  • Durch die Teilung entsteht im hinteren Bereich der Kirche eine Art Vorraum, der jeden Hereinkommenden empfängt, bevor man den eigentlichen Weiheraum betritt.
  • Für Gesprächsrunden, die in diesem Vorraum stattfinden (z.B. der wöchentliche Evangelienkreis), bietet dieser abgetrennte Bereich mehr Hülle als früher.
  • Beim Vollzug der Weihehandlung im vorderen Bereich bietet der nach hinten begrenzte Raum mehr Halt und Schutz.
  • Obwohl für die provisorische Trennung ein einfacher Stoff verwendet wurde, beschrieben mehrere Menschen, dass er sich positiv auf die Verständlichkeit der Sprache auswirkt.

Nach diesem Austausch wurde berichtet, welche konkreten Veränderungen im Kirchenraum nun vorbereitet und geplant werden:

  • Die Akustik wird untersucht und soll gerade in der Sprachverständigung verbessert werden. Dazu ist das Berliner Akustikbüro Krämer & Stegmaier beauftragt, das am 28. Oktober den Kirchenraum akustisch vermessen und diese Messungen mit dem digitalen Innenmodell, welches auf der Grundlage der vorliegenden Planung von Tietz & Tietz erstellt wurde, abgeglichen hat. Die Ausarbeitung eines akustischen Konzeptes erweist sich wie zu erwarten als komplex und lag bei Drucklegung noch nicht vor.
  • Die Distanz zwischen Gemeinde und Altar soll deutlich angenähert und der Höhenunterschied verringert werden. Dafür müssen die Altarstufen zunächst abgetragen werden, um sie dann näher zur Rückwand in der kultisch erforderlichen Zahl (3 Altarstufen, evtl. zusätzlich eine etwas breitere Kommunionsstufe) neu zu errichten.
  • Das Altarbild soll auf der Rückwand angebracht werden, die wiederum etwas hervortreten soll, so dass dahinter kein Hohlraum mehr ist.
  • Untersucht wird auch, ob eine Schließung der Seiten-Konchen sich positiv auf die Akustik auswirkt. Wie sich dies gestalterisch auf das Raumerlebnis auswirkt, soll durch eine provisorische Schließung der Konchen mit einfachen Tüchern ab Advent ausprobiert werden.

Die Notwendigkeit, die Proportionen am Altar zu verändern, ist am augenfälligsten in der Sonntagshandlung: Die Kinder sitzen sehr exponiert auf der hohen Ministrantenstufe, hinter ihnen geht es sehr abrupt drei Stufen nach unten. Wir haben das erfreuliche Problem, dass inzwischen so viele Kinder kommen, dass es trotz unserer großen Kirche vor dem Altar immer wieder eng wird. Theoretisch könnten die Kinder auch unten vor der Kommunionsstufe sitzen, wären dann aber sehr weit vom Altar entrückt.

Diesem Gemeindebrief liegt ein Spendenaufruf bei. Ob eine Umgestaltung im kommenden Sommer möglich ist, hängt zentral von Ihrer Resonanz auf diesen Aufruf ab. Dabei geht es zum einen um die Frage, ob die erforderliche Summe für den Umbau zustande kommt. Genauso wichtig ist aber, ob wirklich viele Menschen ihr Votum in Form einer Spende dazu abgeben. Jede Spendenzusage – unabhängig von ihrer Höhe – werten wir als Votum für den Umbau!

Der Gestaltungskreis ist im Austausch mit den Architekten und Akustikern, um die Umgestaltung nun in konkrete Planungen und Maßnahmen umzusetzen. Diese werden wir Ihnen präsentieren am

Sonntag, den 23. Januar, um 11:45 Uhr (nach der Menschenweihehandlung und Sonntagshandlung und einem kleinen Imbiss) im

Gemeindeforum zur Umgestaltung des Altarraumes

Dort können alle Details einmal besprochen und Verständnisfragen beantwortet werden. Zur Außerordentlichen Mitgliederversammlung, bei der dann ein Beschluss gefasst werden kann, laden wir gesondert ein (siehe unten).

Der Gestaltungskreis und der Gemeinderat

Einladung zur Außerordentlichen Mitgliederversammlung

Liebe Mitglieder und Freunde der Gemeinde Hannover,

hiermit laden wir Sie herzlich ein zur Außerordentlichen Mitgliederversammlung am

Sonntag, den 6. Februar, um 11:45 Uhr (nach der Menschenweihehandlung und Sonntagshandlung und einem kleinen Imbiss).

Auf der Tagesordnung steht:

  1. Begrüßung und Feststellung der fristgerechten Einladung und
    Beschlussfähigkeit
  2. Darstellung der geplanten Umbaumaßnahmen in der Michael-Kirche
  3. Darstellung des Finanzplanes für diese Umbaumaßnahmen
  4. Beschluss über die Umbaumaßnahmen
  5. Sonstiges

Der Gemeinderat

Heilung der Zeitkrankheiten

Wenn im nächsten Oktober der Beginn des 2. Jahrhunderts der Christengemeinschaft gefeiert wird, dann sollen im Zentrum die Sakramente stehen. Da dieses Fest kein punktuelles Ereignis sein soll, so wie auch die Christengemeinschaft nicht als Instanz, sondern als Prozess veranlagt ist, haben wir in Hannover im Oktober dieses Jahres schon mit dem Feiern begonnen in Gestalt einer Tagung regionalen unter dem Thema: „Wirtschaft und Christentum. voneinander lernen – miteinander leben – füreinander arbeiten“. Parallel und teilweise damit verwoben fand zum gleichen Thema eine Jugendtagung statt, die nur im Titel etwas knapper klang: „Geld oder Leben“.

Im Zugehen auf das große, internationale Fest in Dortmund Logos 2022 wollen wir hier in der Gemeinde eine fortlaufende Reihe von Gesprächsabenden zu den Sakramenten anbieten unter dem Titel Heilung der Zeitkrankheiten“. Das ist nicht in dem Sinne gemeint, so als hielten wir uns für eine Alternative zu allen Heilmethoden. Vielmehr kann sich im Leben erweisen, dass die Sakramente wie ein heilender, harmonisierender, impulsierender Grundton allen anderen Heilungsprozessen zugrunde liegen kann, die auf medizinischem, therapeutischem Feld möglich und nötig sind. Rudolf Steiner war es wichtig, gerade die Priester und Ärzte in eine Zusammenarbeit zu bringen mit dem klaren Hinweis, dass der „Arzt nicht priestern und der Priester nicht arzten“ soll. Beides wäre anmaßend und übergriffig. Die Sakramente ersetzen nicht den Arzt, aber sie enthalten als lebendiger Vorgang starke Heilkräfte, die heilend wirken auf unsere konstitutionelle Grunderkrankung, die in der Weihehandlung „Sündenkrankheit“ genannt wird, die man aber auch als Zeitkrankheit bezeichnen kann, weil sie in verschiedenen Zeiten charakteristisch verschieden in Erscheinung tritt.

Felicia Holland • Claudio Holland

„Der Großinquisitor“ – Logik oder Wahrheit

In seinem 1880 fertiggestellten Roman „Die Brüder Karamasow“ lässt Fjodor Dostojewski den intellektuellen Protagonisten Iwan seinem Bruder Aljoscha eine Art fiktive Legende erzählen: im 16. Jahrhundert lässt ein Großinquisitor in Sevilla den leibhaftig wiedergekommen Christus festnehmen. In der Nacht vor der Hinrichtung geht er zu ihm ins Verließ und rechtfertigt sich, warum er ihn töten will, obwohl er erkennt, dass er wirklich der Heiland ist. Etwas von der Dramatik und Tragik der Gedankenwelt des Inquisitors, der auf beklemmende Weise Recht zu haben scheint, dabei aber die tiefere Wahrheit verfehlt, soll beim Geselligen Nachmittag am 7. Februar zu Gehör kommen.

Claudio Holland

Bewusstseins-Erheiterung

Zu all den Schätzen, die uns schützen

vor virulenten Aberwitzen,

wenn wir ganz fein die Ohren spitzen

auf Wort und Klang mit Geistesblitzen,

ist mir ganz wichtig dieser Satz:

Gebt auch der Heiterkeit noch Platz!

 

Diesen Platz wollen wir ihr gebührend einräumen an unserem Bunten Abend am Faschings-Dienstag, den 1.März, ab 18:00 Uhr. Wer bringt etwas Lecker-Lustiges mit? Herzlich freuen sich

Martina Kost und Angelika Wegener

„Wer nit bet, kann nit denken… Wer nit denkt, lernt nit beten.“  

Bettina von Arnim: fromm, frei und ungezogen

„Gebet ist Denken, Denken führt zur Wahrheit, darum heißt es auch: höret nicht auf zu beten, so werdet ihr erhört werden, das heißt: höre nicht auf zu forschen, so wirst du erhört werden, du wirst Geist empfangen, der allein göttliches Geschenk ist.“ Bettina von Arnim (1785-1859) wurde in der DDR gelegentlich wegen Ihres Märchens „Hochgräfin Gritta von Rattenzuhausbeiuns“ als die Pippi Langstrumpf ihrer Zeit genannt, so viel Unbändigkeit, Fantasie und Fröhlichkeit sprudelte aus ihr heraus. Andererseits: kaum jemand hat so wie diese unerschrockene Frau sich für die Armen, Kranken und Vertriebenen (auch die Brüder Grimm!) eingesetzt wie sie. Und ihre Frömmigkeit wendete sich ebenso dem Jenseits zu, wie auch der Naturgeistigkeit. Von ihr wollen wir erzählen.

Ihre Regina und Frank Hörtreiter  

„Was in der Mitte steht“: Die anatomische Grundlage der Freiheit

Die drei Wochen vom Faschingssonntag bis zum Beginn der Passionszeit werden in der Christengemeinschaft gelegentlich „Vorpassion“ genannt. Mit dem „Reichen Jüngling“, der Versuchung und der Verklärung erklingen drei zentrale Evangelien-Motive in diesen Wochen. Zum zweiten und dritten dieser drei Motive möchte ich an den jeweiligen Donnerstagen, also 10. und 17. März, einiges ausführen.

Zunächst zum Umfeld der Versuchung: Der Blick ist auf das Wirken der beiden Widersacher-Mächte gerichtet. Man kann zu der Frage kommen, ob und wo zwischen den beiden Herrschaften überhaupt Raum für das Eigentlich-Menschliche bleibt. Hier kann ein Hinweis Rudolf Steiners berühren, dass in der anatomischen Mitte des Menschen, zwischen Kehlkopf und Zwerchfell, zwischen Brustbein und Wirbelsäule, zwischen linkem und rechtem Lungenflügel ein freier Raum bleibt, in den die Widersacher nicht eintreten können. Ein Frei-Raum, ein Spiel-Raum, in den vielleicht der Christus eintreten kann. Dr. Friedrich Lorentz, seinerzeit Leiter der Medizinischen Sektion am Goetheanum, hat in den siebziger Jahren diesen Raum mit dem von dem niederländischen Anatom Spigelius im17. Jahrhundert „Quod per medium stat – Was in der Mitte steht“ genannten Mediastinum identifiziert.

Jochen Butenholz

„Moses und Elias im Gespräch mit Ihm“

In der Folgewoche steht das Bild der Versuchung Christi vor uns. Die Evangelien schildern die verklärte Gestalt Christi zwischen Moses und Elias, die bekanntlich Jahrhunderte vorher gestorben waren. Dieses Bild des auf Golgatha zugehenden Christus zwischen Moses, der in die Vergangenheit bis zur Weltschöpfung zurückschaut, und Elias, der prophetisch in die Zukunft blickt, soll bewegt werden.

Jochen Butenholz

Der Weg von Weihnachten nach Ostern, gespiegelt in Bachs Cello-Suiten 1-3

Die sechs Suiten für Violoncello solo von J.S. Bach sind mehr als sechs wun­der­bare einzelne Musikstücke, sie bilden zusammen einen lebendigen Organismus. Diese überraschende Einsicht hat Axel Sebastian Dehmelt schlüssig dargestellt in seinem kleinen Büchlein „Ein Bild des Menschen in den sechs Suiten für Violoncello solo Johann Sebastian Bachs“ (Fouqué Literaturverlag, Egelsbach 2001).

Axel Sebastian Dehmelt war im vergangenen September mit seinem Partner Gregor Arnsberg am Klavier bei uns zu Gast und begeisterte zu Beginn des Konzerts durch sein Bach-Spiel. Wenige Bemerkungen zu diesen Werken führten spontan zu dem Impuls: Damit möchten wir uns einmal näher beschäftigen!

In dem genannten Buch schreibt er (S. 57): „Ich habe aus dem Anschauen der ersten drei Suiten drei Ideen gewonnen, deren Heimat man vielleicht in der Welt der Philosophie liegend sehen kann. Es sind dies die Ideen Weisheit, Liebe und Freiheit. Daneben habe ich mich von der Musik der ersten drei Suiten mit drei Ereignissen in Verbindung bringen lassen, denen im Blick auf den Menschen vor allem im Christentum besondere Beachtung geschenkt wird. Das sind die Ereignisse der Geburt, des Todes und der Auferstehung.“

Am Wochenende 25.-26. März ist Gelegenheit, solchen Zusammenhängen nachzulauschen. Am Freitag Abend um 19:30 Uhr werden diese drei Suiten als Konzert dargestellt, am Samstag ist dann von 15:00 bis 16:30 Uhr und von 17:30 bis 19:00 Uhr Gelegenheit, in seminaristischer Form hörend, denkend, sprechend in Einzelnes einzutauchen.

Es ist beabsichtigt, im Herbst u.U. in ähnlicher Weise die Suiten 4-6 anzuschauen und anzuhören.

Jochen Butenholz

Maria Thun zum 10. Todestag

Maria Thun ist in weiten Kreisen bekannt geworden durch ihren Aussaattage-Kalender, der seit 60 Jahren erscheint. Die deutsche Anthroposophin Maria Thun, Pionierin des Pflanzenanbaus im Einklang mit kosmischen Kräften, wurde am 24.4.1922 in der Nähe von Marburg geboren und starb am 9.2.2012 in Biedenkopf. In jahrzehntelanger Forschungsarbeit hat sie in Feldversuchen den Zusammenhang zwischen Sternenkonstellationen und Pflanzenwachstum erforscht. Im „Geselligen Beisammensein“ am 4. April möchte ich über Begegnungen mit ihr berichten.

Jochen Butenholz

Aussäen des Osterweizens und Osterfest

Am Sonntag, den 27. März, laden wir um 11:45 Uhr im Anschluss an die Sonntagshandlung alle Kinder und Erwachsenen ein, in der Kirche den Osterweizen auszusäen. Wie im vorigen Jahr bitten wir darum, dass wieder jedes Kind einen eigenen Topf mit Erde mitbringt!

Am Ostersonntag, den 17. April, findet dann ebenfalls im Anschluss an die Sonntagshandlung um 11:45 Uhr das Osterfest statt. Hier bitten wir, dass jedes Kind seinen Topf mit der gekeimten Saat wieder mitbringt. Mancher erinnert sich vielleicht noch, wie wir dieses Fest im letzten Jahr neu gefeiert haben.

Claudio Holland • Felicia Holland • Jochen Butenholz

Auszeit von Jochen Butenholz

Liebe Gemeinde, mein körperlicher Zustand erfordert eine Hüft-Operation am 28. Januar. Anschließend werde ich wohl etwa den ganzen Februar zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit brauchen. Ich bitte um Verständnis für diese Auszeit und bin den Kollegen sehr dankbar, dass sie bereit sind, in dieser Zeit das Notwendige ohne mich zu erledigen.

Jochen Butenholz

Ausstellung: Raphael Madl, Balkenwerk und Farbenspiel

Die Balken stammen aus Fachwerk, in denen sie jahrhundertelang „gearbeitet“ haben. Nun befreit von Last-, Stütz- und Hebediensten, erfahren sie die Begegnung mit der Farbe.

Als alte hessische Fachwerk-Höfe umgebaut wurden, entstand mein Interesse am künstlerischen Umgang mit gebrauchten ausgedienten Eichenbalken. Von Sonne und Regen verwittertes Holz, mit Wurmgängen und Pilzfraß, nunmehr nutzlos geworden – eine Patina der Vergänglichkeit, wollte ich diese erhalten und künstlerisch gestalten.

Mein Werdegang: Studium der Sozialpädagogik, landwirtschaftliche Lehre, Meisterprüfung, Weiterbildung an der Akademie für Sozialtherapie, Beendigung der Berufstätigkeit, verschiedene Ausstellungen.

Die Ausstellung in Hannover wird am 20. März um 11:45 Uhr mit einer Vernissage eröffnet und dann bis etwa Pfingsten zu sehen sein.

Raphael Madl

Küche im Vorraum des Gemeindesaales

Wir hatten gehofft, dass die neue Küche im Oktober eingebaut werden könnte. Aber bei Ikea heißt es, Corona habe die Lieferketten verlangsamt, sodass es voraussichtlich erst im Laufe des Frühjahrs klappen wird. Sehr erfreulich ist, dass auf unseren zweiten Aufruf im letzten Gemeindebrief zu den bereits zugesagten 6.160, – Euro weitere 3.045, – Euro hinzugekommen sind, sodass nun 9.205, – Euro dafür zur Verfügung stehen. Ganz herzlichen Dank allen Spendern, die ihre Spendensumme erhöht haben und die noch hinzugekommen sind!

Der Gemeinderat