Michaeli - Herbst
Advent 2010

Gemeindebrief

Editorial | Notfallkarte | Anwesenheit im Gemeindehaus | Die Hildesheimer kommen | Moses Mendelssohn | Leitmotive im Leben Friedrich Rittelmeyers | Proben für das Osterspiel | Johann Sebastian Bach | Ausstellungen im Gemeindehaus | Gesprächskunst | Auf den Spuren des keltischen Christentums | ... was mir am Herzen liegt... | Der Tod befreit die Seele | Geburtstagskonzert | Kerzenziehen | Hirtenspiel | Ein Michaelistag im Mittelalter

Editorial

Liebe Gemeinde,
in der bildenden Kunst finden wir eine Fülle von unterschiedlichen Michaeldarstellungen. Als ein häufiges Motiv erscheint da Michael mit der Waage. Das Waagemotiv ist ja ein sehr altes, wir finden sie schon in den Mysteriendarstellungen der Ägypter. Dort spielt sie eine wichtige Rolle beim Totengericht, der ersten Station der Seele nach dem Tode. Auf der einen Waagschale liegt eine Feder, auf der anderen das Herz des Menschen, das alle Erinnerungen an die Taten seines vergangenen Lebens bewahrt hat, und nun gegen die Feder gewogen wird und dabei möglichst leicht sein sollte.

Während das »Negative Sündenbekenntnis« verlesen wird, in dem achtzig verbotene Handlungen aufgelistet sind, sinkt die Waagschale mit dem Menschenherzen jedes Mal ein Stück, wenn die Reihe an eine Tat kommt, deren sich der Mensch zu Lebzeiten schuldig gemacht hat.

Wie anders erscheint da die Waage Michaels! Viele Darstellungen zeigen in der einen Waagschale den Menschen, in der anderen eine Teufelsgestalt, oder mehrere, die versuchen sie gegenüber dem Menschen schwerer erscheinen zu lassen.

Hier geht es für den Menschen offensichtlich nicht darum möglichst ein »Leichtgewicht« zu bleiben, es geht hier gar nicht um die Leichtigkeit, die durch die Unterlassung von Sünden erhalten oder erworben wird, sondern vielmehr darum, dass etwas aufgebracht wird, was schwer genug wiegt, was tauglich ist als Gegengewicht gegenüber dem, was die bösen Mächte in die Waagschale zu werfen haben. Die Waage Michaels wiegt das, was der Mensch an freien Taten dem Weltgeschehen hinzuzufügen hat.

Wie dabei jede noch so kleine Tat zählt, können wir im Bilde erleben, wenn bei unserer Michaeliandacht von den Kindern Blütenblätter in die Waagschale gegenüber der schwarzen Materie gelegt werden. Obwohl die Blüten einzeln kaum etwas wiegen, gelingt es doch durch die Vielzahl, jedes Mal, den schwarzen Kohleklumpen aufzuwiegen. Jeder, und sei er auch klein und schwach, hat etwas was er beitragen kann!

In diesem Sinne wünsche ich uns, dass auch wir, einzeln und als Gemeinschaft, etwas in die Waagschale zu legen haben.


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Notfallkarte

Der Anlass Ihnen eine Notfallkarte anzubieten liegt in der leidvollen Erfahrung, dass Menschen, die den Beistand eines Pfarrers gewünscht hätten, ihn nicht bekamen, da vor Ort niemand davon wusste.

Die Frage ist also: Wünschen Sie sich, dass ein Pfarrer Ihnen beisteht wenn Sie schwer erkranken, im Koma liegen, sterben oder schon gestorben sind? Wir werden ja heute oft aufgefordert unseren Willen zu Papier zu bringen, für den Fall, dass wir selbst unseren Willen nicht mehr äußern können. Also haben manche einen Organspendeausweis, eine Patienten- und Bestattungsverfügung, eine Vorsorgevollmacht... Nun gut, für einige von uns stehen diese Dinge noch in weiter Ferne, weil wir nicht mit ihnen rechnen, und zur Not sind da ja auch noch die Angehörigen und Freunde, die dann die richtigen Entscheidungen treffen könnten...

Aber auch wenn alles aufgeschrieben und hinterlegt ist, welche Informationen hätten Sie bei sich, wenn Sie beim nächsten Einkauf oder auf dem Weg zur Arbeit in eine lebensbedrohliche Situation kämen, wenn Sie nach einem Unfall im Koma lägen?

Der Name steht auf der Scheckkarte, die Adresse auf dem Personalausweis, der nächste Angehörige...??? Aber wüsste der nächste Angehörige oder würde er in der Aufregung daran denken, dass sie jetzt den Beistand eines Pfarrers wünschen könnten?

Auf der Notfallkarte, die wir Ihnen hier anbieten, steht nichts weiter, als dass Sie darum bitten einen Pfarrer der Christengemeinschaft zu benachrichtigen und wer der nächste Angehörige ist. Damit ist dem Ersthelfer ohne viel Aufwand der richtige Weg gewiesen und die Angehörigen haben Anlass einem Pfarrer Bescheid zu geben.

Aber was kann nun der Pfarrer für Sie tun? Um was möchten sie bitten? Manches wird von der konkreten Situation abhängen, aber der jeweilige Pfarrer sollte dann auch handeln können. Es ist ja denkbar, dass es für Angehörige eher befremdlich ist, wenn eine Krankenkommunion gereicht oder die letzte Ölung gegeben werden soll, oder dass sie unser Bestattungsritual von sich aus gar nicht naheliegend finden. Dann wäre für die Pfarrer, auch im Hinblick auf das Gespräch mit den Angehörigen, eine eindeutige Willensbekundung des Betroffenen sehr hilfreich.

Wenn Sie sich also entscheiden, die Notfallkarte ausgefüllt bei sich zu tragen, geben Sie doch bitte auch, mit dem beiliegenden Brief, Ihre Wünsche und die wichtigsten Information an einen Pfarrer oder das Gemeindebüro.

Die Notfallkarte und der Brief liegen bis zum Jahresende im Kirchenvorraum und im Gemeindehaus für Sie zum Mitnehmen bereit, anschließend, ab Januar 2011 dann nur noch im Gemeindehaus.
Martina Alexi und Thea Suberg


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Aus der Verwaltung
Anwesenheit im Gemeindehaus

Wenn Sie diesen Gemeindebrief in Händen halten (also ungefähr ab Anfang September) wird unser Gemeindebüro besetzt sein: Frau Heidi Jung (unsere Geschäftsführerin) ist ohnehin normalerweise freitags anwesend. Außerdem wird Frau Fides Braun freitags von 09.30 bis 12.00 Uhr im oberen Gemeindebüro zugegen sein und freut sich über Besuche und Anrufe.
Frank Hörtreiter


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19. September 2010
Die Hildesheimer kommen

Am Sonntag, dem 19. September werden Mitglieder und Freunde aus unserer Hildesheimer Filialgemeinde nach Hannover kommen: erst gibt es nach der Menschenweihehandlung eine Tasse Kaffee/Tee, dann eine Besichtigung der Plastiken unserer Kirchentür.

Danach werden die Gäste im Gemeindehaus gemeinsam zu Mittag essen. Wir werden danach im Landesmuseum den Altar von Meister Bertram anschauen. Dieser Passionsaltar schildert die Leidensstufen Christi in einzigartiger Weise: um ihn tobt das Böse, und mit fast tänzerisch wirkender Freiheit lässt Christus die Dinge geschehen.

Alle Kinder, und die nicht in das Museum mitgehen wollen, können gegenüber dem Landesmuseum das Neue Rathaus besichtigen, in dem sich ein fast einmaliger, schräger Aufzug mit gläsernem Boden und Dach befindet.

An sich ist es ein Ereignis für die Hildesheimer, aber wer nach der Sonntagshandlung und Menschenweihehandlung noch bei der Kirchentür-Besichtigung dabei sein möchte, ist herzlich willkommen.
Frank Hörtreiter


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Geselliger Nachmittag am 04. Oktober 15.30 bis 17.00 Uhr
Moses Mendelssohn

Der gesellige Nachmittag am 04. Oktober wird den Stammvater der noch heute weitverzweigten Familie Mendelssohn in die Mitte stellen. Als schmächtiger, vom Buckel geplagter Vierzehnjähriger wanderte er von Dessau nach Berlin, um beim Rabbi Fränkel lernen zu dürfen. Dort arbeitete er sich hoch und wagte, gegen die Verbote seiner Gemeinde in deutscher Sprache zu schreiben. Er hat die fünf Bücher Moses und die Psalmen in ein klares, modernes Deutsch übersetzt und fand mit seinen philosophischen Schriften die Anerkennung Immanuel Kants. Die Freundschaft mit Lessing gründete so tief, dass Mendelssohn zum Vorbild für »Nathan den Weisen« wurde. Herzenswärme und stilistische Klarheit haben den Mann, der äußerlich so krumm und unansehnlich aussah, zu einem Bild für Aufrichtekraft und Aufrichtigkeit gemacht.
Frank Hörtreiter


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Dienstag, 19. Oktober, 20.00 Uhr
Christus suchen – Christus finden – Christus bringen
Leitmotive im Leben Friedrich Rittelmeyers

Der altkatholische Kirchenhistoriker und Anthroposoph Prof. Dr. Christoph Führer hat sich mit einer großen Studie über Friedrich Rittelmeyers christozentrische Theologie an der Warschauer Christlichen Theologischen Akademie habilitiert. Er steht uns so nahe, dass er auch im Hamburger Priesterseminar an den Gründungs-feierlichkeiten beteiligt war.

Nun wird er zum 19. Oktober aus Zürich kommen, um mit mir ein Märchenseminar für das evangelische Bildungshaus Kloster Kirchberg (10.-13. März 2011) vorzubereiten. An diesem Abend werden wir einen ungewöhnlichen Abend erleben können, in dem Christoph Führer ein Gespräch mit Friedrich Rittelmeyer führen wird (ja, Sie lesen richtig!). Diesen Termin sollten Sie sich nicht entgehen lassen, auch wenn er ausnahmsweise am Dienstag statt am Donnerstag liegt.
Frank Hörtreiter
Vortrag von Prof. Dr. Christoph Führer, Zürich


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Donnerstag, dem 14. Oktober 2010
Die Proben für das Osterspiel beginnen wieder.

Wir wollen 2011 wieder das Redentiner Osterspiel aufführen, und in diesem Jahr ein bisschen zeitiger mit den Proben beginnen. Die erste Zusammenkunft (zu der auch Menschen willkommen sind, die sich einfach nur für das Spiel interessieren) soll am Donnerstag, dem 14. Oktober für die Termin-Verabredungen da sein, aber auch für eine inhaltliche Einstimmung. Wer sich schon vorher anmeldet und eventuelle Rollenwünsche äußert, vereinfacht das Ganze!
Ingrid Töllner, Ennecke von Kries, Frank Hörtreiter


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Sechs Sonaten und Partiten für Violine solo in der Michael Kirche
Johann Sebastian Bach

Nachdem nun 10 Jahre vergangen sind, seit Werner Heutling die Bach Solo-Sonaten in unserer Kirche zur Aufführung brachte, soll in diesem Herbst ein erneuter Anlauf getätigt werden. Und zwar werden zu hören sein am:

Sonntag, den 17. Oktober 17.00 Uhr
Sonate g-moll
Partita h-moll

Sonntag, den 21. November 17.00 Uhr
Sonate a-moll
Partita d-moll

Sonntag, den 12. Dezember 17.00 Uhr
Sonate C-Dur
Partita E-Dur

Die Sonaten werden auf dem Cello gespielt, weil der Verfasser dieser Zeilen nicht Geige spielen kann. Da das Cello zu diesem Anlass wie eine Violine gestimmt wird, bleiben die Tonarten erhalten.

Ganz einfach ist es trotzdem nicht, so dass alle diejenigen, die ausschließlich saubere oder gar wohlklingende Töne erwarten, besser zu Hause fernsehen. Mir persönlich ist nicht bekannt, dass dieses Vorhaben schon mal auf dem Cello geschehen ist, aber ich bin dankbar für jede ergänzende Information. Eventuelle Einnahmen kommen der Gemeinde zu gute.
Ludwig Döll


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12. September bis 20. November 2010
Ausstellungen im Gemeindehaus

Wie schon im letzten Gemeindebrief angekündigt, wird vom 12. September bis 20. November 2010 die Fotoausstellung »Faszination Engel« von Xenia und Rainer Schlingmann gezeigt.

Danach folgt vom 1. Advent bis zum Ende der Epiphaniaszeit die Ausstellung »Der Engel - das bin ich«. Von Kindern gemalte Bilder, die von Christiane von Königslöw zusammengestellt wurden.
Ulrike Siebert


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Seminar am Samstag 13. November 2010
von 10.00 bis 17.00 Uhr

Wie führe ich ein Gespräch und kann ich darin die Gegenwart Christi bemerken?
Gesprächskunst

Das Gespräch ist für uns Menschen etwas ganz selbstverständliches und alltägliches. Ohne es wäre ein Zusammenleben im Kleinen wie im Großen nicht möglich. Deshalb hat unsere Kultur auch eine ganze Reihe von Hilfsmitteln entwickelt, die das Gespräch erleichtern und erweitern sollen.

Selbst die Wissenschaft hat sich diesem Lebensgebiet zugewandt und eine eigene Fachrichtung, die »Kommunikationswissenschaften« eingerichtet. Gerade weil ja jeder ein Gespräch führen kann, ist es um so erstaunlicher, dass wir uns kaum darüber im Klaren sind, was da eigentlich alles passiert, und nach welchen Gesetzmäßigkeiten es abläuft.

Erst wenn man zum wiederholten Male erlebt, dass ein Gespräch scheitert, dass man sich nicht versteht oder aneinander vorbeiredet, fragt man sich vielleicht woran das liegt und was man dagegen tun kann.

In dem Seminar soll es um diese Fragen gehen, indem wir miteinander kurze Gespräche führen und gleichzeitig beobachten was dabei alles geschieht – bei mir, bei dem anderen und dazwischen. Das Wort »Gespräch« legt die Betonung auf das Sprechen.

Ist vielleicht das Hören dabei wichtiger? Öffne ich durch mein »Hinhören« einen Raum, in den der andere sich »hineinsprechen« kann? Was ist zuerst da, das Sprechen oder das Hören? Im Evangelium heißt es: »Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, da bin ich mitten unter ihnen«. Gilt das auch im Gespräch?

Können wir die Gegenwart des Christus ahnend spüren, wenn uns ein wirkliches Gespräch gelingt und wir nicht nur Meinungen austauschen oder Informationen weitergeben.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und bitten Sie für eine gute Planung um Ihre Anmeldung unter Telefon 0511/898 42 17 (M. Alexi) oder 0511/283 21 71 (F. Häckermann)

Friedlieb Häckermann, Martina Alexi


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Reisebericht von der Studienreise nach Irland
Auf den Spuren des keltischen Christentums

Über Michaeli werden Herr Schwarz vom Verband der Sozialwerke und ich eine Reisegruppe durch Irland führen. Wir werden in erster Linie Orte und Werke aufsuchen, die Zeugnis ablegen von einer besonderen christlichen Strömung, die bekannt geworden ist als das sogenannte »keltische Christentum«, das seine Blütezeit vom 4. bis 12. Jahrhundert in Irland hatte, aber auch in weitreichender Mission auf das europäische Festland ausgestrahlt hat. Darüber hinaus geht die Reise zu Stätten, die an die Zeit der Kelten und die Megalithkultur erinnern, als die Wegbereiter für das keltische Christentum.
Für alle Interessierten wird es
am 28. Oktober 2010 um 20.00 Uhr
einen Reisebericht mit Lichtbildern geben.
Martina Alexi


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Samstag, den 6. November 2010 um 17.00 Uhr
... was mir am Herzen liegt...

Liebe Gemeinde, mit 12 Jahren kam ich in den Konfirmandenunterricht bei Klaus Raschen. Er war damals Pfarrer der Christengemeinschaft in Hamburg-Volksdorf, beinahe direkt neben meinem Elternhaus. Bis zu dem damaligen Zeitpunkt hatte ich »nur so ein Gefühl«. Doch während der ersten Konfirmandenstunde wusste ich dann, dass ich mein »Zuhause« gefunden hatte. Es ist ein Ort, der ohne »die« Gemeinde nicht existieren würde. In diesem Lebensmoment ist es die Gemeinde in Hannover.

Also - ich lade »sie« herzlich zum Feiern ein!
am Samstag, den 6. November 2010 um 17.00 Uhr
Ihre Birgit Häckermann

PS: anstelle von »Büchern und Vasen« würde ich mich über eine Spende in Form einer zubereiteten Speise Ihrer Wahl fürs Buffet oder über eine Geldspende für die engagierten Künstler und die Gemeinde Hannover freuen.


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Der Tod befreit die Seele

Die Francke’schen Anstalten sind ein großartiges Denkmal der Bildungsideale und praktischen Frömmigkeit des Pietismus zwischen Barock und Aufklärung. Die Frau des Gründers, J. H. Francke, bekam das hier wiedergegebene Bild auf ihr Epitaph. Der Tod öffnet einen Vogelkäfig und befreit die ins Weite davonfliegende Seele. Viel Platon und wenig frömmlerische Enge sehe ich in diesem Bild!
Frank Hörtreiter


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Konzert am Sonntag, den 31. Oktober um 17.00 Uhr
Zu Ehren von Robert Schumann und Gustav Mahler
Geburtstagskonzert

Bevor das Jahr 2010 sich dem Ende entgegenneigt, möchten wir in einem Liederabendprogramm noch zwei großen romantischen Komponisten die Ehre erweisen:
Robert Schumann (geb. 8.6.1810) zum 200. Geburtstag und
Gustav Mahler (geb. 7.7.1860) zum 150. Geburtstag.

Auf dem Programm steht der Liederkreis op. 39 von Robert Schumann, komponiert im Mai des »Liederjahres 1840« nach 12 Gedichten von Joseph von Eichendorff. Er gehört zu dem Schönsten, was in der Liedkunst geschaffen wurde.

Seine besondere Poesie beschrieb Schumann seiner ab August 1840 durch gerichtlichen Beschluss endlich zur Ehefrau gewordenen Clara (geb. Wieck) als »mein aller Romantischstes«.

Die Texte hat Schumann aus einer Erzählung (»Viel Lärmen um nichts«), einem Roman (»Ahnung und Gegenwart«) und eigenständigen Gedichten zusammengestellt, die ein differenziertes Psychogramm bilden aus wehmütig-schmerzlichem und Glück verheißendem in Bezug auf die Liebe. Klanglich Verhaltenes wechselt mit eruptiver rhythmischer Kraft, triolische Aufschwungformeln mit absteigenden Melodielinien.


Eichendorff, der diesen Zyklus sowie andere Vertonungen seiner Gedichte durch Schumann im Jahre 1847 hörte, bekannte Clara Schumann gegenüber, Robert habe seinen Liedern erst Leben gegeben.

Den zweiten Programmteil bildet der Liederzyklus »Kindertotenlieder« von Gustav Mahler nach Gedichten von Friedrich Rückert. Die Texte entstanden nach dem Tod zweier Kinder von Rückert, die in der Weihnachtszeit 1833/34 kurz hintereinander an Scharlach starben.

In diesem Zyklus fasst Mahler fünf Gedichte musikalisch zusammen, die einer Sammlung von insgesamt 428 Kindertotengedichten entstammen, welche allerdings innerhalb mehrerer Jahre verfasst wurden.

Mahler selbst wurde schon als Kind intensiv mit dem Tod konfrontiert. Als zweitältestes von zwölf Kindern erlebte er mit wie sechs seiner Geschwister an Diphterie verstarben. Die Lieder entstanden 1901 und 1904 - in einer von Erfolg und persönlichem Glück geprägten Lebensphase Mahlers.

Aber für ihn gab es keine gegensätzlichen und ausschließlichen Welten - Glück und Leid, Angst und Trost, Tod und Erlösung gehörten für ihn untrennbar zusammen; ebenso wie sein Werk - »gelebte Musik« nannte er seine Kompositionen. Jedes der ausdrucksstarken Lieder vereinigt in sich einen Kosmos menschlichen Schmerzes und Glückes, tiefster Verzweiflung und höchster Gewissheit von Trost und Seligkeit.
Mirjam Westphal


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Kerzenziehen

Liebe Kinder, seit vielen Jahren halfen bei uns in der Wohnung Kinder beim Kerzenziehen, wenn es draußen schon nass und kalt war, aber der Advent noch ein bisschen bevorstand. Wir haben dies auch in der Wohnung im Gemeindehaus wieder aufgegriffen.

Ihr könnt gern kommen (jeweils von 15.00 - 17.30 Uhr) am
Montag, dem 22. November oder am
Dienstag, dem 23. November oder am
Donnerstag, dem 25. November
(den Mittwoch lassen wir wegen der Begrüßung der Schulanfänger aus).

Wenn Eure Eltern zum Abholen schon um 17.00 Uhr kommen, können wir noch ein bisschen zusammen singen. Am besten tragt Ihr nicht gerade Eure beste Sonntagskleidung und bringt auch Hausschuhe oder Sandalen mit; wir halten auch ein paar alte Kittel in Bereitschaft, damit Ihr nicht zu sehr mit den Wachsflecken kämpfen müsst. Bitte meldet Euch mit Namen, Adresse, Telefon, evtl. auch Mail an!

Es freuen sich auf die Begegnung Eure
Regina und Frank Hörtreiter


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Hirtenspiel

Liebe Kinder, liebe Eltern, auch in diesem Jahr wollen wir wieder zu Weihnachten unser Hirtenspiel aufführen. Damit auch die Vielbeschäftigten das gut in ihre Planung aufnehmen können, haben wir dieses Mal schon sehr rechtzeitig die Probentermine festgelegt:

Samstag 13. November 2010, 16.00 Uhr
Samstag 20. November 2010, 16.00 Uhr
Samstag 04. Dezember 2010, 16.00 Uhr
Samstag 18. Dezember 2010, 16.00 Uhr
Donnerstag 23. Dezember 2010, 11.00 Uhr (Generalprobe)

Wir freuen uns schon auf viele kleine Schäfchen, Hirten und Engel und natürlich auch auf einige Mutige, die bereit sind, eine besondere Rolle zu übernehmen.
Mit herzlichem Gruß
Martina Alexi


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Ein Michaelistag im Mittelalter

Im Hildesheimer Stadtmuseum (im Knochenhauer-Amtshaus, Markt 7) gibt es bis zum kommenden Januar eine Ausstellung »Familie Lautensack«. Da werden die Lebensbereiche einer mittelalterlichen Familie am Beispiel des Michaelistages (an dem traditionell neue Arbeitsverträge geschlossen wurden) in eingängigen Texten, rund 300 originalen Objekten und einfachen Portraits von Markus Lefrançois nahe gebracht.

Die einzelnen Gegenstände sind vielleicht gar nicht so besonders wichtig, aber wer in Ruhe einmal den Rundgang macht durch die Bereiche »Aufstehen - Arbeiten -Essen - Baden - Glauben - Schlafen«, der bekommt eine Ahnung von der Fremdartigkeit dieser vergangenen Welt ohne mechanische Uhren, Gewerbefreiheit oder allzu viel Selbstbestimmung. Sprechen Sie mich gern an; ich habe Informationsmaterial von der Besichtigung mitgebracht!
Frank Hörtreiter


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