Johanni - Michaeli 2011

Gemeindebrief

Editorial | Persönliches | Was erfrischt? Was erfreut? | Kinder- und Jugendlager | »Zauberflöte« in Lüsche | Das Alte Testament aus der Hand Jesu

Editorial

Die schweren Ereignisse in Japan, die in diesem Frühjahr die Welt erschütterten, haben nicht nur wieder einmal große Anteilnahme und Helferwillen mobilisiert, es ist auch an vielen Stellen der Ruf nach notwendigem Umdenken laut geworden.

In einer wachsenden Zahl von Menschen entsteht ein Gefühl dafür, dass nach einem solchen Ereignis, nicht einfach alles weiter gehen kann wie bisher. Und das heißt für Viele auch, dass es nicht mehr getan ist mit kleinen Reformen und Veränderungen, sondern dass es um ein grundsätzliches Umdenken, einen Richtungswechsel geht, im Hinblick auf die Frage: Was sind unsere wirklichen Lebens-Werte. –

Jedes Jahr, zu Beginn der Sommerzeit feiern wir das Fest Johannes des Täufers. Damit rückt auch wieder besonders in unserer Aufmerksamkeit eines seiner Worte: »Ändert den Sinn!« Es ist ja ein mahnendes Wort. Aber in ihm liegt auch eine große Ermutigung: Es gibt sie, die Möglichkeit zu innerer Umkehr und Neubeginn.

Auch wenn durch unser Denken und Handeln in der Welt Tatsachen geschaffen werden, die nicht zurückgenommen werden können und für die auch die Verantwortung getragen werden muss, durch das wiederkehrende Johannisfest wird uns der Blick in einer besonderen Weise in die Zukunft gelenkt. Immer wieder aufs Neue wird uns da zugesprochen, ja zugeMUTet, dass wir wieder und wieder Anfänger sein dürfen, sein sollen sogar.

Eine tiefe und ernste Freude kann das Johanneswort in uns anregen. Die Freude darüber, dass es niemals zu spät ist für einen inneren Wandel und Neubeginn. Ich wünsche Ihnen von Herzen eine freudevolle und lichte Sommerzeit

Ihre Martina Alexi


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Persönliches

Liebe Gemeinde, wie Sie ja schon dem Brief von Herrn Ertlmaier entnehmen konnten, werde ich in diesem Sommer Hannover verlassen und meine Arbeit für die Christengemeinschaft in der Gemeinde Hamburg-Mitte fortsetzen.

Etwas über drei Jahre konnte ich hier in Hannover mit Ihnen gemeinsam tätig sein, Vieles und Viele kennenlernen und in manches hineinwachsen, denn es waren ja, wie Sie wissen, die ersten drei Jahre meiner priesterlichen Tätigkeit.

Zu manch einem von Ihnen, aber vor allem auch zum Leben der Gemeinde als Ganzes, habe sich in dieser Zeit Beziehungen entwickelt und vertieft. Das macht ein Abschied nehmen nicht leicht.

Auf der anderen Seite steht die Möglichkeit meiner »Familienzusammenführung«, die durch diese Neuentsendung möglich wird. Allen, die diesem Umstand gegenüber ihr Verständnis geäußert haben, sei recht herzlich gedankt.

Vor allem aber möchte ich an dieser Stelle schon einmal meinen ganz herzlichen Dank ausdrücken, für die Offenheit mit der Sie mich aufgenommen haben; Sie als Gemeinde, und auch die vielen Einzelnen, die ich besuchen und persönlich kennenlernen durfte.

Diese Offenheit habe ich besonders daran erleben können, dass Sie so hilfreich meinen Weg in den neuen Beruf begleitet und mit wohlwollendem Blick mein Tun angenommen haben.

Ich freue mich, wenn wir uns am 26. Juni auch noch persönlich voneinander verabschieden können.

Ihre Martina Alexi


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Donnerstag den 4. und 11. August
Was erfrischt? Was erfreut?

An zwei sommerlichen Gemeindeabenden werden sinnenfreudige Geschichten und Märchen erzählt. Es wird sozusagen »mit Worten gemalt«. Mit leichtem spielerischem Tun werden wir den Bewegungen des Erlauschten und Gehörten nach-gehen, uns selbst und den Raum innerlich belebt erfahren.

Für Menschen von 10 bis 100.

Es freuen sich auf Sie Karin Strümpel und Anja Schütz


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24. Juli um 16.00 Uhr
Kinder- und Jugendlager

Liebe Freunde, wie in den letzten Jahren möchten wir Helfer und Leiter Sie herzlich einladen nach Lüsche zur Zirkusaufführung der Kinder am letzten Lagersonntag, dem 24. Juli um 16.00 Uhr.

Sie werden vermutlich verstehen, dass die Kinder danach wieder zur Ruhe kommen müssen, deshalb können wir Sie nicht zum Abendessen einladen; aber wenigstens einen Saft oder Tee mögen Sie gern mit den Dorfnachbarn und den Eltern genießen.

Es grüßen Sie – auch im Namen der Helfer und Frau Heldt – herzlich
und Regina und Frank Hörtreiter

P.S. der Weg nach Lüsche geht über Celle, dann B244 in Richtung Hankensbüttel. In Steinhorst bitte nach links in Richtung Räderloh und dann rechts nach Lüsche. Bitte außerhalb des Schullandheim-Geländes parken!


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12. August 2011
»Zauberflöte« in Lüsche

Am Freitag, dem 12. August 2011 wird das Forsthaus Lüsche zu um 19.00 Uhr seine Scheunentore öffnen und alle Opernfreunde zur Aufführung von Mozarts »Zauberflöte« willkommen heißen! Es wird der Höhepunkt des diesjährigen Projektes der „Kulturzeit Lüsche“ werden, dass die jugendlichen Teilnehmer (zwischen 14 und 18 Jahren) in diesem Jahr gemeinsam mit uns Helfern zum Thema haben. Von dem, was genau auf die Bühne kommen wird, müssen wir alle uns allerdings noch überraschen lassen… Sind sie neugierig?

Auf Ihr Kommen freut sich im Namen des Helferteams
Ihre Susanne Gödecke


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Das Alte Testament aus der Hand Jesu

In diesen Wochen kommt ein Buch des verstorbenen Diether Lauenstein heraus, das so anregend ist für die Beschäftigung mit dem Alten Testament, dass wir daraus im September eine Reihe von drei Abenden gestalten wollen. Es handelt sich um »Der neu zu schaffende Mensch – Entwürfe und Fragmente zum Alten und Neuen Testament« herausgegeben von Günther Kollert 424 Seiten, Verlag Johannes Mayer, Stuttgart 2011, 29,00 Euro.

Wer Diether Lauenstein als Vortragsredner hörte, konnte sich von seiner eigenständigen Sprechweise und der Fähigkeit, mit Mythen kraftvoll umzugehen, geradezu erfrischt fühlen. Der Rezensent hatte das Glück, Lauenstein schon als Kind hören zu »müssen«, weil der Vater krankheitshalber oft nicht zugegen sein konnte und dann einen Bericht erwartete – das war angesichts der Einfachheit der Sprache und der Lebendigkeit der entfalteten Bilder auch bei philosophischen Themen tatsächlich »kinderleicht«.

Der Indologe, Philosoph und Anthroposoph Lauenstein nimmt Mythen ernst und kann sie miteinander vergleichen, ohne in beliebige Analogien zu verfallen. Das hat er schon in seiner biblischen Untersuchung »Der Messias« (Stuttgart 1971) bewiesen, in der ihm die »messianischen Lebensläufe« des Alten Testaments zur gelebten Prophetie werden. Nun hat es Günter Kollert in einer erstaunlichen Kompositionsleistung unternommen, in den – zum Teil nicht datierbaren – Fragmenten aus Lauensteins Nachlass den roten Faden zu finden. Wo etwas in dieser Linie fehlte, hat Kollert gelegentlich auch früher schon veröffentlichte Zeitschriftenartikel als Verbindungsstücke genutzt; das fällt kaum auf, außer in Wiederholungen von Einzelbeobachtungen zum Alten Testament.

Eine Teilüberschrift lautet »Das Alte Testament aus der Hand Jesu«. Sie weist auf Lauensteins Grundgedanken hin: Christus ist nicht nur in der Schöpfung, sondern auch in den Menschenschicksalen vor der Zeitenmitte tätig und so zum Helfer geworden, das Handeln Gottes konkret nachzuvollziehen. Das zeigt sich auch in Lauensteins Rückgriff auf Fichte, dessen »Anweisung zum seligen Leben« er als einen Schöpfungsbericht auffasst, der sich aus dem Johannes-Prolog ergibt.

In der Hitlerzeit hatte der mutige Theologe Wilhelm Vischer eine mehrteilige Studie begonnen: »Das Christuszeugnis des Alten Testaments« (Zürich 1934 und 1942), das die prophetisch klingenden Schriftstellen so aufreiht, dass die »Deutschen Christen« mit ihrem Bestreben, das Alte Testament als »jüdisch« vom Christentum zu scheiden, dem nichts Wirksames entgegensetzen konnten. Lauenstein geht über Vischer dadurch hinaus, dass er die mythischen Bilder des Alten Testaments in ihrer großartigen Wucht noch sprechender macht als z.B. einzelne Prophetenworte. Am nächsten berührt Lauenstein das Vischersche Werk in seinem Kommentar zum Buch Jesaja.

Lauensteins Ansatz, von den mythischen Bildern her die alttestamentliche Welt zum Leuchten zu bringen, zeigt sich auch in der recht umfangreichen Darstellung der zehn Gebote und deren Beziehung zu den Naturreichen und zur Bergpredigt.

Einige Kapitel sind nicht genau auf den oben genannten »roten Faden« aufgereiht: je ein Exkurs zum Geld im Neuen Testament, zu »Goethe und die Kirchenväter« und zur »Ungeschriebenen Philosophie Jesu« seines Freundes Gerhard Kienle.

Eine biographische Skizze des Lauenstein-Lebens von Volker Harlan und eine Übersicht der Schriften Lauensteins rundet das Buch ab. Man darf Günter Kollerts Spürsinn und redliche Arbeitsleistung dankbar bewundern.

Frank Hörtreiter


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